Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) kehrt von einer Geschäftsreise nach China mit einem leichten Hüsteln in die USA zurück. Während ihres fünfstündigen Zwischenstopps in Chicago kontaktiert sie eine alte Flamme und kehrt mit einem Rucksack voller Schuldgefühle und einer roten Nase zu ihrem Mann Mitch (Matt Damon) und Sohn nach Minneapolis zurück. Was zunächst wie eine Grippe aussieht, endet in nur wenigen Tagen im Tod von Beth, ihrem Sohn und dem Liebhaber. Mitch und seine Tochter aus erster Ehe bleiben am Leben, während Millionen anderer Menschen sterben. Fast wie ein Dokumentarfilm beschreibt Contagion die Reaktion der Menschen auf die Pandemie, das Rennen der Regierungen und Forscher, ein Gegenmittel zu finden und die Panik, die sich schneller ausbreitet, als das Virus selber.
Im Gegensatz zu anderen Pandemie-Filmen erzählt Steven Soderbergh seine Geschichte auf sehr nüchterne Weise, die nur in wenigen Momenten Emotionalität erlaubt. Mitch verliert innert Stunden Frau und Kind, aber nie seine Nerven. Anders als bei Outbreak ist in Contagion nie klar, wer Held ist und wer die Bösewichte sind. Die Virologin (Kate Winslet) kann sich noch nicht einmal selber vor dem Virus retten. Der Vorsteher des Center for Disease Control (Laurence Fishburn) warnt in einem schwachen Moment seine Ehefrau und wird damit zum schwarzen Peter der Regierung gestempelt. Ein Journalist und Blogger (Jude Law mit einem falschen Wackelzahn) klagt die Regierung an, aus Profit-Gründen zu verheimlichen, welche Heilmittel gegen das Virus wirken. Mit seinen Verschwörungstheorien verhindert er aber nur eine nützliche Impfung der gesunden Bevölkerung. Diese nüchterne Ambivalenz ist für einen Katastrophenfilm zwar erfrischend, sie macht es dem Zuschauer aber schwer, Mitgefühl für die Dahinsiechenden zu entwickeln.
Einem Bösewicht am Nächsten kommt wohl Gwyneth Paltrows Figur, die am Ende des Films als erste Angesteckte und damit Virus-Verbreiterin ausgemacht wird. Als fremdgehende Ehefrau und Mutter und Auslöserin einer weltweiten Pandemie stirbt Paltrow vor laufender Kamera nicht nur einen qualvollen Tod, sie wird von den Ärzten, die ihre Autopsie durchführen, buchstäblich skalpiert. Ganz zum Schluss wird der Ursprung der Pandemie erklärt. Und klar wird auch, dass wir besser die Finger von den Erdnüssen auf dem Tresen unserer Lieblingsbar lassen sollten.