Bottled Life - Nestlés Geschäfte mit dem Wasser
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Filmkritik

Wasserzeichen XY ungelöst

Regisseur Urs Schnell packt mit dem früheren Kassensturz-Redaktor Res Gehriger ein Thema an, das Konsumenten in aller Welt betrifft: Wie wird aus billigem Wasser im Boden, teures Wasser in Flaschen? Der Marktführer Nestlé sollte dazu die Fakten liefern, weigerte sich aber. So zogen Gehriger und Schnell auf eigene Faust um den Globus und sammelten ein, was gegen dieses Geschäftsmodell im Allgemeinen und gegen Nestlé im Besonderen spricht.

Der Nahrungsmittelriese Nestlé hat's nicht leicht: Nahrung brauchen alle, Qualität und Preis sind wichtig, geht etwas schief, schlägt es hohe Wellen, wird die Marktmacht missbraucht, lässt sich das kaum geheimhalten. 1974 wurde Nestlé schon einmal an den medialen Pranger gestellt, weil der Konzern den guten Ruf westlicher Ärzte und Krankenschwestern missbrauchte, um Afrikanerinnen vom Stillen abzubringen und ihre Babys mit Pulvermilch von Nestlé zu ernähren, was katastrophale gesundheitliche Folgen hatte.

Im Vergleich dazu wirkt die Kritik Res Gehrigers harmlos, der das Flaschenwassergeschäft von Nestlé durchleuchten will. Nie wirft er Nestlé vor, Gesetze zu brechen - nur, sie zu biegen - oder Menschenleben auf dem Gewissen zu haben - nur, sie zu gefährden. Dass Gehriger, der einige Jahre beim konsumentenorientierten «Kassensturz» als Redaktor amtete, kein Loblied singen würde, wenn Leitungswasser teuer verkauft wird, war den Verantwortlichen bei Nestlé schnell klar, und so weigerten sie sich, ihm Zutritt zu ihren Anlagen zu gewähren und auf seine Anfragen zu antworten. Gehriger nahm's sportlich, sah es als Herausforderung und ging nun doppelt motiviert, aber dennoch fair daran, sich und uns mit eigener Recherche in Nordamerika, Nigeria und Pakistan ein Bild vom Geschäft mit diesem reichlich vorhandenen Naturstoff zu machen.

So verdienstvoll und redlich dieses Unterfangen ist: Für einen Kinodokumentarfilm fehlt es an der Dramaturgie und der Ästhetik, der Informationsgehalt ist arg dürftig und die erzählerische Dichte bedauerlich gering. Hinzu kommen unerklärliche Marotten wie die, bei jedem Auftreten von Peter Brabeck, dessen unverwechselbares und unvergessliches Österreich-Englisch ein perfektes Identifikationsmerkmal bildet, Name und Funktion einzublenden. Viel Zeit wird mit nichtfunktionalen Bildern verschenkt, nur wenige kompetente Fachleute kommen zu Wort. Das Mitleid mit Nestlé hält sich allerdings in Grenzen: Mit seiner verdächtigen Verweigerungshaltung hat sich der Weltkonzern selbst geschadet.

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4 Kommentare
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Wooty

Langweiliges Machwerk über Nestlé als Klassenfeind der Gutmenschengemeinde. Ist das ein Propaganda-Fimli des Schwarzen Blocks oder der Berner Reitschüler? Die üblichen Schuldzuordungen, begründet nich...
mehr
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elwerder

muss man gesehen haben.
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Daniel

Sehr interessant
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Markus

Informativ und brisant. Muss man gesehen haben und wird danach nicht mehr konsumieren und politisch wählen können wir zuvor. Grosskonzerne sollten stets kritisch angeschaut werden und von denen gibt e...
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