Gewiss, man feiert sie in den Feuilletons wieder als weibliche Antwort auf Woody Allen. Die Ehre hatte Julie Delpy mit ihrem Regie-Erstling 2 Days in Paris erworben, einem eher Streit- als Streifzug durch die französische Hauptstadt, die sie als «Stadt der Hiebe» entlarvte, als sie mit ihrem New Yorker Boyfriend Jack (Adam Goldberg) für zwei Tage bei den Eltern vorbeischaute. Die Pariser, besonders die Taxifahrer, entpuppten sich als nazistische Narzisse und sexistische Ekel, dazu ist die Beziehung bis tief unter die Bettdecke eine einzige Kampfzone - das entwickelte schon einen eigenwilligen Charme. «Du bist so gemein, hast aber recht», lautete das Bekenntnis einer widersprüchlichen Liebe, die im Grunde schon damals am Ende war.
Delpy verlegte die Fortsetzung nach New York, und es ist natürlich bedauerlich, dass Jack seine Drohung wahr machte, wenn einmal Schluss sei, werde er sich nicht mehr blicken lassen. Zwar hat die von Delpy gespielte Fotografin Marion sich von ihrem Ex noch einen dieser süssen Bälger anhängen lassen, die der schwere Hypochonder im scherzenden Ernste mit Ratten verglich, weil sie in erster Linie Krankheiten übertrügen. Mittlerweile lebt sie mit einem schwarzen Radiomoderatoren (Chris Rock) zusammen, der aus einer früheren Beziehung ein Töchterchen mitbrachte. Richtig eng wird es in der ohnehin zu kleinen Wohnung aber erst, als Marions Vater (Albert Delpy), ihre Schwester (Alexia Landeau) und deren Freund (Alexandre Nahon) aus Frankreich einfliegen.
2 Days in New York ist kinderfreundlicher ausgefallen - oder besser: infantiler. Es scheint, als hätte man den Pariser Spassvögeln mir ihrem Gekeife und Gekiffe, das ja schon in Paris auf die Nerven gehen sollte, eine Ecke zu viel Platz eingeräumt. Julie Delpy mag das zweifelhafte Verdienst zukommen, die Franzosen als üble Unsympathen vorzuführen, die sich auf ihren miefenden Käse genau so viel einbilden wie auf ihr miserables Englisch. Ganz sicher geht dem Film jener frivole Scharfsinn ab, der 2 Days in Paris zu einem Kritiker-Liebling werden liess; daran ändert auch wenig, dass Marions Schwester sich bei jeder Gelegenheit die Kleider vom Leibe reisst. Der blässliche Chris Rock kann Adam Goldberg, der noch jeden Blowjob zu einem Politikum hochstilisierte, in keiner Szene ersetzen. Und die kleine Satire auf den Kunstmarkt ist trotz Vincent Gallo brav ausgefallen. Nicht erst, als die Gäste sich spätnachts im Bade an einer elektrischen Zahnbürste vergehen, beschleicht einen das unlustige Gefühl, hier habe sich jemand Adam Sandler zum neuen Säulenheiligen erkoren.
Sie geht wie geschnittenes Brot, was denn? Na die Seele, ist 'ne Künstlerische Auktion, 40. 000 US $ will sie dafür. Trifft man heute mit 25 einen Partner muss man mit dem 60 Jahre lange zusammen ...
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