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Filmkritik

Dinner for Two

Ein Mann, eine Frau, ein Raum, ein Date: Eine Sekretärin verspricht sich viel von einem Nachtessen mit ihrem Arbeitskollegen. Man kommt sich auch näher, steht dann aber vor einem Trümmerhaufen. Eindringliches Kammerspiel des Schweizers Curt Truninger.

Die Einsamkeit des Grossstadtmenschen ist keine seltene Zeiterscheinung. Je breiter das Angebot an Kommunikationsmitteln, desto oberflächlicher scheinen oft Beziehungen. Auch der heutige Berufsalltag taugt wenig, um privates Glück zu fördern. Dieses Thema hat den Luzerner Curt Truniger beschäftigt, der seit bald zwei Jahrzehnten in Kanada lebt, aber die Verbindung zur Schweiz nie verloren hat. Er entdeckte Tom Noonans Theaterstück "What Happened Was" des Amerikaners. Gemeinsam mit dem amerikanischen Autor erarbeitete er auch die Drehbuchfassung.

Jackie (Eva Birthistle) ist seit langem heimlich in ihren Arbeitskollegen Michael (Tim Dutton aus The Bourne Identity) verknallt. Endlich hat sie sich ein Herz gefasst und den Kanzleiassistenten, der vermeintlich an einem Enthüllungsbuch über Anwälte arbeitet, zu einem romantischen Essen bei sich daheim eingeladen. Zwei einsame Seelen scheinen sich gefunden zu haben. Etwas linkisch macht die heimliche Poetin dem Schreiberling den Hof. Man kommt sich näher - bis Michael sich als Scharlatan und Versager outet. Vor allem die romantische Jackie steht vor einem emotionalen Trümmerhaufen und schmeisst ihn raus. Doch das ist noch nicht das Ende.

Ein Paar, ein Raum und viele Sehnsüchte. Sie arbeitet daran, sie zu erfüllen. Er hingegen versteckt sich dahinter, macht sich und anderen etwas vor. Ihre Erwartungen drohen an der Realität, dem Schein eben, zu zerbrechen. Michael schönt und verschleiert sein Sein und entlarvt sich letztlich als Selbstbetrüger.

Dank der beiden exzellenten Protagonisten hält der Film seinen Spannungsbogen. Man fragt sich auch nicht, wann die beiden Singles endlich miteinander ins Bett gehen, sondern vielmehr: Wie hält Jackie diesen Kerl aus? Und wie geht sie mit ihren platzenden Träumen um? Das Aneinander-Vorbei-Reden wird durch den Schnitt (Ralph Brunjes) betont, der die beiden Figuren quasi parallelisiert. Man spricht auch im Bild nicht miteinander, sondern nebeneinander vorbei. Das Kammerspiel, das sich in Gesten und im Mimenspiel ausdrückt, wirkt fesselnder als manche auf Action getrimmte Beziehungskiste.

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