Im Zentrum von King's Speech steht Albert (Colin Firth), Sohn von König George V. und im Jahre 1925 noch Duke of York. Das zu seiner Abstammung gehörende Repräsentieren ist ihm zuwider, nicht zuletzt weil er an einem Stottern leidet, das ihm das öffentliche Sprechen zur Qual macht. Bislang konnte kein Arzt und keine Therapie helfen, doch Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham-Carter) gibt die Hoffnung auf Heilung nicht auf - und stößt auf den Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush).
Dessen forsche und höchst unkonventionelle Herangehensweise irritiert den Royal enorm, aber nach anfänglichen Hemmungen stellen sich tatsächlich bald erste Erfolge ein. Keinen Moment zu früh, denn nach dem Tod seines Vaters und der unerwarteten Abdankung seines Bruders David (Guy Pearce) wird Alberts Albtraum wahr: als George VI. muss er selbst den Thron besteigen.
Was Regisseur Tom Hooper (The Damned United) mit The King's Speech abliefert, ist Kino der klassischsten Sorte. Man könnte es auch weniger positiv ausdrücken, es altmodisch nennen und sich darüber empören, dass die britisch-australische Koproduktion 2011 mehr Oscars gewann als jeder andere Film. Tun möchte man es allerdings nicht. Denn an dieser zu Herzen gehenden Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft stimmt einfach alles.
Die Dialoge sind von geschliffener Brillanz und sprühen vor Witz, was in diesem Genre alles andere als die Regel ist. Für die drei bestens gelaunten Hauptdarsteller und den Rest des hochkarätigen Ensembles ist das ein Fest, wobei vor allem der famose Firth direkt nach A Single Man noch einmal beweist, wie sehr man ihn als dramatischen Schauspieler früher unterschätzt hat. Bedenkt man dazu, dass von der Ausstattung und den Kostümen über die subtile Kameraarbeit von Danny Cohen bis hin zu Alexandre Desplats einmal mehr überzeugender Musik der gesamte Stab hervorragende Arbeit leistet, muss man einfach feststellen: The King's Speech mag Film wider den Zeitgeist sein. Aber er ist so gut gemacht, unterhaltsam und sehenswert wie wenig andere.