Die Wolfsbrüder
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Filmkritik

Wo die wilden Wölfe wohnen

Ein siebenjähriger Knabe hütet Ziegen in der Sierra Morena. In der Wildnis fühlt sich der spanische «Verdingbub» daheim, sicher vor den Menschen. Eine gelungene Mischung aus Action- und Dokumentarfilm.

Eine wilde, schier unberührte Landschaft der Sierra Morena. Franco herrscht, seine Schergen machen Jagd auf Rebellen und Widerständler. Um 1954 wird der siebenjährige Knabe Marcos (Manuel Camcho) von seinem Vater in der Not an einen Grossgrundbesitzer abgegeben - quasi als Schuldabschreibung. In der Obhut des Ziegenhirten Atanasio (Sancho Gracia) lernt der Bube die Natur und seine Bewohner kennen, das häusliche Frettchen Minero und Lobito, einen jungen Wolf.

Als der alte Hirt stirbt, ist Marcos auf sich allein gestellt. Er rettet den Wolf, der von Häschern des Grossgrundbesitzers angeschossen wurde, und wird vom Wolfsrudel akzeptiert. Zwölf Jahre, so heisst es, hat Marcos im Tal der Stille unter Wölfen gelebt, dann wird er von der Guardia Civil aufgegriffen.

Gerardo Olivares baut Wolfsbrüder auf einer wahren Begebenheit auf. Es gibt diesen Marcos Rodriguez Pantoja wirklich, gegen Schluss des Films tritt er sogar selber auf. Zu den stärksten Momenten zählen die intimen Szenen des jungen und älteren Marcos (Juan José Ballesta) mit Tieren, die Action- und Jagdpassagen, die Gefangennahme etwa, wirken dagegen aufgesetzt und ungelenk gespielt.

So bleiben die zeithistorischen Zwischenspiele ein Fremdkörper, wobei auch die Musik von Klaus Badelt eher störend wirkt und das Ende, 45 Jahre danach, regelrecht schmalzig. Der Film zwischen Natur und Fiktion besticht insgesamt durch seine Kombination mit Aufnahmen des Tierfilmers Joaquin Gutiérrez Acha und seine schlichte Geschichte. Die Vermengung von Dokumentarbildern und Spielszenen ist gelungen und erzeugt eine grosse Authentizität, sehr gut für Familien geeignet. Die kleinen zeitpolitischen Schlenker um Rebellen und Polizei hätte man sich freilich sparen können.

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