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Die Fremde - Filmkritik

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Jahr: 2010
Filmlänge:119min
Regie:Feo Aladag
Kinostart:08.07.2010
Drehbuch:Feo Aladag
Kamera:Judith Kaufmann
Produktion:Feo Aladag

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No Direction Home

40

Eine in Deutschland aufgewachsene Türkin versucht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und gleichzeitig den Kontakt zu ihrer traditionellen Familie zu wahren. Doch wo die Ehre mehr zählt als das Glücklichsein, kann dies nicht gelingen.

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«Blut ist dicker als Wasser». Diesen Satz hat die Türkin Umay von ihrer Mutter gelernt, nun schleudert sie ihn in die Hochzeitsgesellschaft ihrer Schwester.Umay (Sibel Kekilli) ist hier unerwünscht, da sie nicht nach den Regeln ihrer Familie leben will. Sie ist mit ihrem Sohn Cem vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu ihren Eltern und Geschwistern geflüchtet, von Istanbul nach Berlin, wo sie aufgewachsen ist.

Der Regie-Erstling der österreichischen Schauspielerin Feo Aladag zeigt Umays Zerrissenheit feinfühlig. Für sie - dies das ernüchternde Fazit des Films - gibt es keine Lösung. Freiheit und Geborgenheit schliessen einander aus. Die Eltern gewichten die Ehre höher als das Wohl ihrer Tochter, doch nie zeigt Aladag sie als Monster. Alle leiden in «Die Fremde»: Umays jüngerer Bruder, der am Schluss die Waffe auf sie richtet. Die Mutter, von der die Nachbarin nichts mehr wissen will. Die jüngere Schwester, die Umay so liebt und sich ihrer doch schämt.

Umay hielt es nicht aus in der Türkei, aber auch in Deutschland findet sie keinen Platz. Sie mag nicht in einer Parallelgesellschaft leben, in der sicheine Frau unterzuordnen hat. Doch ihre Eltern halten an den Gesetzen fest, die ihnen eingetrichtert wurden. Es zählt der Schein - egal, was die Oberfläche verbirgt. Als Umay ihrem Vater von den Schlägen erzählt, antwortet dieser: «Er ist dein Ehemann.» Umay sieht nicht ein, weshalb sie nicht glücklich sein darf, und weshalb ihr die Eltern dieses Glück nicht wünschen. Immer wieder taucht sie zuhause auf, will sich ihren Platz in der Familie zurückerobern. Doch zu öffentlich ist ihre Ausgeschlossenheit bereits. Ein eigenen Gesetzen folgendes Ehrgefühl ist eben dicker als Blut.

Sibel Kekilli in der Hauptrolle ist eine Wucht. Sie verkörpert Umay als würdevolle, starke und doch verletzliche Frau - mit kleinen Gesten oder Blicken, die die Regisseurin in langen, ruhigen Einstellungen festhält. Wie bereits in Fatih Akins «Gegen die Wand» spielt Kekilli eine Türkin, die sich nicht den ihr auferlegten frauenfeindlichen Regeln unterwirft. Adalag weiss um die Schwierigkeit eines solchen Ausbruchs und schenkt uns kein Happy End. Dafür einen aufwühlenden Film, der zu Diskussionen über Werte anregt. Und darüber, ob sich verschiedene Kulturen vereinbaren lassen. [Flavia Giorgetta]

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m&m's Nils : Hier wird kein türkisches Sittengemälde gezeigt, s...
m&m's Ayse: sibel spielt sehr gut. auch der junge ist hervorra...
m&m's Ali: ... hatte ich beim Versuch, während des Abspanns a...
m&m's tunsch: Der Film berührt. Leider waren wenige Personen im ...
m&m's G: sehr eindrücklicher Film ...