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Filmkritik

Auf dass die Tränen fliessen

Dem Ruf als Spezialist für sentimentale Rührstücke, den sich Nick Cassavetes mit «John Q» und «The Notebook» erworben hat, bleibt der Sohn des großen John Cassavetes auch mit der Verfilmung von Jodie Picoults Bestseller treu.

Als eine Art Ersatzteillager für ihre leukämiekranke Schwester wurde Anna (Abigail Breslin) von ihren Eltern in die Welt gesetzt. Im Alter von elf Jahren will sie sich die medizinische Ausbeutung nicht mehr gefallen lassen und nimmt sich einen Anwalt, um das Recht auf Selbstbestimmung über ihren Körper einzuklagen. Ausgehend von Annas Konsultierung eines Anwalts (Alec Baldwin) blickt Cassavetes in Rückblenden auf die Geschichte der seit Jahren durch die Leukämieerkrankung der älteren Tochter Kate (Sofia Vassilieva) schwer belasteten Familie zurück. Geschickt bietet der Wechsel der Erzählperspektiven am Beginn Einblick in die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Familienmitglieder, doch zunehmend unsystematisch wird dieses Stilmittel eingesetzt.

Schwerer wiegt freilich die fehlende inhaltliche Fokussierung. Mal steht die Klage Annas, mal die dominante Mutter (Cameron Diaz), mal der emotional vernachlässigte Sohn Jesse (Evan Ellingson) und dann wieder die Krankheit und das langsame Sterben von Kate im Mittelpunkt. Allein wie hier freilich mit den schweren Themen Krankheit und Tod umgegangen wird, ist bedenklich. Da muss die krebskranke Kate immer mit Glatze herumrennen, diese geradezu ostentativ zur Schau stellen, um sich dann doch wieder vor einem Krankenhausball mit Perücke und Kleid strahlend schön zu präsentieren und so ihr Siechtum dem Zuschauer umso bewusster zu machen.

Hemmungslos werden mit einer penetranten Musiksauce Emotionen geschürt und der Zuschauer emotional manipuliert, vom Sterben aber letztlich doch verniedlichend in warmen lichtdurchfluteten Hochglanzbildern, in Gegenlichtaufnahmen und Einstellungen von Sonnenuntergängen erzählt. Nichts wird hier von Kates Schmerzen und Qualen erfahrbar, denn wirklich wehtun und mit der Härte des Sterbens konfrontieren will Cassavetes mit Blick auf das Einspielergebnis die Zuschauer doch nicht. Und am Ende muss es noch eine überraschende Wende geben, dass an der kleinen Anna auch wirklich kein moralischer Makel hängen bleibt.

So sehr freilich Cassavetes auf die Tränendrüsen drückt, so wenig geht aufgrund der inhaltlichen Unentschlossenheit, aber auch der weitgehend blass bleibenden Darsteller das Konzept hier auf. Allein Alec Baldwin als Anwalt und der hinreissende «Little Miss Sunshine»-Star Abigail Breslin, die Schwung und Witz in dieses bittersüsse Melodram bringen, vermögen zu überzeugen.



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Mein Kommentar
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14 Kommentare
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Pascal

Natürlich muss man weinen, dermassen wird auf die Tränendrüse gedrückt, dass man gar nicht umhin kommt, auch wenn einen der Film an sich ziemlich nervt, indem er das Unvermeidliche, die Konfrontation ...
mehr
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Esther

Ergreifender Film - und doch wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt
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Maria

enttäuschend. ^Wenn man das Buch gelesen hat, ist dieser Film nichts anderes als eine grosse Enttäuschung! Durch die Abänderung des Schlusses verliert der Film an Spannung, Dramatik und Überraschungs...
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Tishan

Dem Tod enkommt niemand, ausser man ist unsterblich. Aber wenn man unsterblich ist ist man nicht menschlich. Jeder sucht nach etwas nach dem er sich festhalten kann, damit er weiss, wieso er lebt, s...
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Anoesjka

@ tuvok. ist es wirklich nötig, dass du jeden film 3x mit deiner beurteilung beehrst... oder wirst du dafür bezahlt?!? 1 x reicht vollkommen aus! vielen dank
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Anoesjka

ergreifend...!. gut gespielt-ergreifendes schicksal und viel tränen zu vergiessen, ohne dabei kitschig zu wirken... taschentücher nicht vergessen!; -)
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Patrick

1A DARSTELLER!. Gefühlvolle Krebs-Krankengeschichte, im stil von Lorenzos Öl. Die Jung und Alt-Stars spielen 1A! Bei C. Diaz starb bei dem Filmdreh leider auch ihr Vater, so werden leider 1-2 Träne...
mehr
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Daniela

GROSSARTIG!!!
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Tuvok

Teil 3 der Filmkritik: Einfach nur wow, super gespielt, starke Story. Die Moral von dem Film würde ich sagen, He Menschenkind Pass auf dein Leben auf, sei GOTT täglich dankbar dass es dir gut geht, hi...
mehr
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Tuvok

Teil 2 der Filmkritik: Einfach nur wow, super gespielt, starke Story. Auch loben muss ich Cameron, die hat in Ihrer Rolle wirklich ein Talent bewiesen Ihre Mimik, wie sie schaut, wie sie sich bewegt, ...
mehr
14 Kommentare

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