1989 erhielt der Australier Bruce Beresford für «Driving Miss Daisy» vier Oscars, seitdem war es, was renommierte Auszeichnungen betrifft, um ihn eher still, obwohl er weiter fleißig Filme drehte, von denen es nicht viele in die hiesigen Kinos schafften. Auch sein aktuelles Werk ist ganz klar für den US-amerikanischen Markt konzipiert, lässt es doch keine Sekunde den geringsten Zweifel aufkommen, wo das beste Land auf der Welt liegt und wo die Bösen herkommen.
Ausgerechnet der Ballet-Chef in Houston/Texas bewies Spürsinn und diplomatisches Geschick, als er Anfang der 1980er Jahre nach China reiste und sämtliche bürokratischen Hürden nahm, um den hochbegabten Cunxin Li für einen Studienaufenthalt einladen zu können. Und natürlich kam es wie es kommen muss, wenn man von einem unter Hochdruck stehenden Topf den Deckel wegnimmt: Li verliebt sich, will nicht mehr zurück und macht aus der Not eine Tugend - eine Karriere in den Vereinigten Staaten.
Vorher dürfen wir noch die harten Lehrjahre miterleiden, einen Blick auf die fürchterlichen gesellschaftlichen Verhältnisse im China vor und nach der Kulturrevolution werfen, auf dass der Kontrast geschärft werde. Immerhin sprechen die Chinesen Mandarin, und der echte Ballettänzer Chi Cao spricht am Anfang brav nur ein paar Brocken unverständliches Englisch, während er am Ende flüssig und gewandt mit einer Fernsehmoderatorin parliert als ob er nie etwas anderes getan hätte. Dazwischen liefert er nicht nur in seinen Balletteinlagen sondern auch als Mime eine tadellose Leistung.
Viel Aufwand steckte Beresfort in die Choreografien, aber ob es ihm das europäische Publikum danken wird, scheint mehr als fraglich, denn diese schwülstigen und antiquierten Inszenierungen waren hier nicht einmal damals üblich oder gar erträglich.
Wunderschön und spannend zugleich. Eine wunderschöne Geschichte, wie es nur das Leben schreiben kann. Spannung (Entführung in der Botschaft), Gefühle (extrem schöne Tanzszenen und viel Menschlichkeit)...
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