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Chéri - Filmkritik

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4

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Land (Jahr): Deutschland, Grossbritannien (2009)
Genre:Romance
Filmlänge:90min
Regie:Stephen Frears
Kinostart:18.06.2009
 08.04.2009 (Romandie)
Drehbuch:Colette

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Unglückliche Liebe einer Edelkurtisane

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Mit Kostümfilmen hat Stephen Frears seit «Dangerous Liaisons» Erfahrung. In seiner Verfilmung des Romans der französischen Schriftstellerin Colette erzählt er von der leidenschaftlichen Liebe zwischen einer in die Jahre gekommene Kurtisane, dem Sohn einer Kollegin - und vom Altern seines Stars Michelle Pfeiffer.

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Stephen Frears präsentiert das Paris des frühen 20. Jahrhunderts als die sich dem Ende zuneigende Glanzzeit der Edelprostituierten, die sich von ihren Kunden aus adeligem Haus mit einem Vermögen für ihre Dienste entschädigen liessen. Eine dieser Kurtisanen ist Lea (Michelle Pfeiffer), die spürt dass sie langsam altert und dass es Zeit wird sich zur Ruhe zu setzen.

Als sie aber ihre Kollegin Madame Peloux (Kathy Bates) bittet, sich um die Ausbildung ihres verwöhnten 20-jährigen Sohnes Chéri (Rupert Friend) zu kümmern und ihn in die Geheimnisse der Liebe einzuführen, sagt Léa dennoch zu. Was aber als mehrwöchige Schulung angelegt ist und als spielerischer Flirt beginnt, entwickelt sich bald zu leidenschaftlicher Liebe. Sechs Jahre lang ist das Glück des Paares ungetrübt, doch dann präsentiert Chéris Mutter eine junge Frau, die sie für ihren Sohn als gute Partie ausgesucht hat.

Glanzvoll lässt Stephen Frears die vornehme Gesellschaft des Paris der Belle Epoque wiederauferstehen. Mit opulenter Ausstattung, prächtigen Kostümen und brillanter Kameraarbeit von Darius Khondji, der diese Welt in die blassen Grün- und Beigetöne von Porzellan taucht. Hoch ist am Beginn das Erzähltempo und hinreissend die Ironie, die durch den von Frears selbst gesprochenen Voice-over-Kommentar noch gesteigert wird. Mit der Konzentration auf die Liebesgeschichte lässt dieser Schwung allerdings nach und ernster werden die Töne der bis dahin von geschliffenen Dialogen nur so sprühenden Komödie.

Nicht unbedingt gut tut diese Wende zum Melodramatischen «Chéri», denn zu fern bleibt einem das Paar, als dass man an seinem Schicksal wirklich Anteil nehmen würde. Andererseits macht dieser Umschwung die Gesellschaftskomödie zu einer zeitlosen und lebensweisen Reflexion über echte Liebe und das Unglück einer Vernunftehe und vor allem über das Altern. Wie Michelle Pfeiffer dabei in diesem Gegenstück zu dem vor 20 Jahren entstandenen «Dangerous Liaisons», in dem sie in jugendlicher Schönheit erstrahlte, hier mit ihrem Image spielt und ihr eigenes Altern, das freilich ein Altern in Schönheit ist, zum Thema macht, das ist der eigentliche Clou von «Chéri». [Walter Gasperi]

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