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Das Herz von Jenin - Filmkritik

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Land (Jahr): Deutschland (2008)
Genre:Documentary
Filmlänge:89min
Regie:Leon Geller
 Marcus Vetter
Kinostart:17.12.2009
Kamera:Nadav Hekselman

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Schweren Herzens leicht ums Herz

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Dokumentarfilm über den palästinensischen Vater, der Organe seines erschossenen Sohnes für kranke israelische Kinder spendete.

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Ismael Khatib hat in den Al-Aksa-Brigaden gekämpft und in israelischen Gefängnissen gesessen. Heute ist Ismael Symbol für Menschlichkeit, Frieden hat er zu seinem Beruf gemacht: Der ehemalige Automechaniker leitet ein Jugendzentrum und baut ein Kino in seiner Heimat Jenin wieder auf, gemeinsam mit dem deutschen Regisseur Marcus Vetter.

Vetter hat mit seinem israelischen Kollegen Leon Geller einen Teil dieser Wandlung begleitet und dokumentiert. Das mediale Interesse an Ismael bestand allerdings schon lange vorher: Sein Sohn wurde beim Spielen von israelischen Soldaten erschossen. Im Krankenhaus in Haifa war Achmeds Leben nicht zu retten. Nach intensiven Gesprächen mit einem Krankenpfleger entschied Ismael, die Organe seines Sohnes zu spenden. Sechs Organe Achmeds wurden transplantiert und retten Kindern aller Bevölkerungsgruppen das Leben. Der Beduinenjunge Mohammed kann dank neuer Niere wieder in der Wüste Fahrrad fahren, die andere Niere lässt die jüdisch-orthodoxe Menuha auf dem Spielplatz turnen, das pathetisch titelgebende «Herz von Jenin» schlägt neu in Drusenmädchen Samha.

Diese drei Kinder und ihre Familien besucht Ismael zwei Jahre nach Achmeds Tod mit dem Filmteam. Die Reise wird geschickt verwoben mit verschiedenen Interviews und einer Unmenge von Archivmaterial des Falles: Achmeds Leiche wird aus dem Krankenhaus gefahren, von seiner Familie in Empfang genommen, die Familien der Organempfänger warten auf die Operationen, überall waren Nachrichtenteams dabei. In eines dieser Mikrofone sagt Menuhas Vater Jakob Levinson, er hoffe, dass die neue Niere von einem jüdischen Spender sei. In dieser Aussage Levinsons zeigt sich ein Problem: Die vielen arabischen Sympathieträger gegenüber Levinsons mühsam kaschierter Engstirnigkeit machen den Film angreifbar.

Es liegt nahe, eine gewisse Parteinahme im komplexen Nah-Ost-Konflikt zu unterstellen, dessen Porträt die Dokumentation auch ist. Doch eher als in der Haltung der Macher liegt diese Verschiebung in der Natur der Sache: Es wurde nicht gecastet für den Film, alle an der ungewöhnlichen Geschichte Beteiligten, die dazu bereit waren, wurden eingebunden. Um ein ausgewogenes Bild zu zeichnen, hätte man parallel andere Geschichten erzählen müssen. Doch dieses Einzelschicksal verdient es, alleine den Weg auf die Leinwand zu finden. [Kyra Scheurer]

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