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The Simpsons Movie

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 Filmkritik
«The Simpsons Movie»: Bewertung der Redaktion
Unter der Käseglocke

Nach achtzehn beispiellos erfolgreichen Jahren am Fernsehen schaffen es «Die Simpsons» nun auf die grosse Leinwand. Gelegenheit für eine Filmkritik der etwas anderen Art.

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Ein persönliches Statement vorneweg: Ich liebe «Die Simpsons». Ich halte Matt Groenings Serie für einen Höhepunkt der abendländischen Kultur, für das Medium Fernsehen ungefähr gleich bedeutend wie Shakespeare für das Drama oder Goethe für die Literatur. Würden nicht jeden Abend auf diversen Sendern die neuesten Geschichten aus Springfield gezeigt, ich bräuchte überhaupt keinen Fernseher. «Die Simpsons» sind für mich Religion, Droge und Aufheiterung in dunklen Momenten zugleich. Wenn ich manchmal unmotiviert zu kichern beginne, dann meist, weil ich gerade an einen besonders gelungenen Gag meiner gelben Freunde denke; nur wenige Menschen aus Fleisch und Blut stehen mir so nahe wie dieser faule, dumme, egoistische Vielfrass namens Homer Simpson. Folgen wie jene, in der Homer meint, an einer Kugelfischvergiftung sterben zu müssen, rühren mich zu Tränen.

Und nun also der Kinofilm. Ein sinnloses Unterfangen im Grunde, gegenüber den Höhepunkten der Serie - und derer gibt es viele - kann er nur abfallen; besonders, wenn man daran denkt, dass «Die Simpsons» auch auf der Mattscheibe ihre besten Jahre hinter sich haben. Irgendwo zwischen Staffel 12 und 14 sind die Ideen ausgegangen, waren alle Geschichten aus Springfield erzählt. «Simpsons»-Erfinder Groening hätte der Welt gelbste Familie ohnehin lieber zugunsten von «Futurama» abtreten lassen. Allein, das Fox-Studio wollte es anders, und nun hecheln sich Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie bereits durch die 19. Staffel.

«The Simpsons Movie» tritt somit mit einer schweren Hypothek an, und wenn man dies berücksichtigt, ist das Ergebnis durchaus annehmbar. Sicher, das Thema Umweltverschmutzung ist nicht neu - man erinnere sich, wie Lisa einst auf einem Baum ausharrte, um ihn vor dem Abholzen zu bewahren, oder damals, als Springfield wegen Müllüberflutung einfach an einen neuen Ort verlegt wurde -, aber die Idee, der Stadt wegen akuter Kontaminationsgefahr eine Käseglocke überzustülpen, ist ganz witzig. Auch fehlt es nicht an den geliebten ironischen und selbstreflektiven Momenten. Gleich zu Beginn - die Familie sieht sich den neusten Itchy-und-Scratchy-Film im Kino an, - beschwert sich Homer lautstark darüber, dass nur ein Idiot Eintritt für etwas bezahlt, das er am Fernsehen gratis sehen kann.

Die grosse Stärke des Films sind die Zeichnungen. Wenn auch die Farben teilweise ein bisschen zu lieblich ausgefallen sind, wird die Serie visuell locker übertrumpft. Szenen wie die halsbrecherische FKK-Skateboardfahrt Barts oder der Aufmarsch eines mit Fackeln bewaffneten Lynchmobs sind prächtiger und aufwendiger geraten, als es mit dem begrenzten Budget einer Fernsehproduktion je möglich wäre.

Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein; der Storystrang, in dem Bart beschliesst, dass Ned Flanders der bessere Vater wäre, ist ein Affront für alle Kenner. Denn Bart und Lisa waren bereits einmal in der Obhut der Flanders und wissen, dass es dort - anders als im Film dargestellt - nie heisse Schokolade mit Eis und Sahne gibt, sondern lediglich geschmacklosen Magerquark. Und natürlich ist es auch Unsinn, dass Moe's Bar neuerdings direkt neben der Kirche liegt. - D'oh!

Man muss dem Film aber zugute halten, dass er - anders als viele vergleichbare Unternehmen - nie wirklich durchhängt oder fantasielos die Vorlage plündert. Die Geschichte ist kein Geniestreich, aber in sich geschlossen; im Vergleich zur Serie ist «The Simpsons Movie» guter Durchschnitt. Fans werden sich den Streifen ohnehin ansehen, und wer die «Simpsons» erst mit dem Film kennen lernt, für den bietet sich vielleicht die Chance, doch noch zum rechten Glauben zu finden. - Screw Flanders! [Simon Spiegel]


 Eure Kommentare

Cédric: Chli entüscht. Hät mers besser vorgsteut. Aber muess mer trozdem...
Micha: Mit Abstand der Witzigste Film vom Jahr 2007!!! Wer bei diesem Fi...
Daniela: Spider Schwein, spider Schwein. So werde ich demnächst auch mei...
Raffaele: ich war fasziniert..
Mona: ganz schlecht gezeichneter Comic..!
Jessica: Der Film ist zwar ok, wenn man ihn gesehen hat, aber ich habe i...

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 Abspann
Originaltitel: The Simpsons Movie
Deutscher Titel: Die Simpsons - Der Film
Filmlänge: 87min
Land (Jahr): USA (2007)
Genre: Trickfilm, Komödie
Besetzung: Dan Castellaneta, Julie Kavner, Nancy Cartwright, Yeardley Smith, Hank Azaria, Harry Shearer, Erin Brockovich-Ellis, Albert Brooks, Minnie Driver, Kelsey Grammer, Pamela Hayden, Tress MacNeille, Joe Mantegna, Maggie Roswell, Russi Taylor, Marcia Wallace, Karl Wiedergott
Regie: David Silverman
Drehbuch: Matt Groening, James L. Brooks, Sam Simon, Al Jean, Ian Maxtone-Graham, George Meyer, David Mirkin, Mike Reiss, Mike Scully, Matt Selman, John Swartzwelder, Jon Vitti
Produktion: Richard Sakai, Mike Scully, James L. Brooks, Matt Groening, Al Jean, Katherine C. Concepcion
Verleih: 20th Century Fox Film Corporation
Produktionsfirma: 20th Century Fox, Film Roman Productions, Gracie Films
Startdatum: 26.07.2007 (Deutschschweiz)
25.07.2007 (Romandie)



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