Just Another Love Story
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Filmkritik

Der Schein trügt

«Just Another Love Story»? In einem Film, der die Täuschung zum Prinzip macht, ist auch dem Titel nicht zu glauben: Stattdessen ist dieser dänische Film ein gelungener Thriller, der nur gegen Schluss etwas zu dick aufträgt.

Am Anfang stehen drei «Liebesszenen», wie der Film selbst sie nennt, auch wenn zunächst gar nichts danach aussieht: Ein Mann liegt im strömenden Regen verblutend auf dem Asphalt. Ein anderer Mann fleht eine Frau an, ihn umzubringen. Ein Mann und eine Frau liegen im Bett, wirken glücklich dabei. Immer wieder rückt die Kamera den Menschen so nahe, dass man nicht als ihre Gesichter sieht, eine Distanz, die keine Geheimnisse zulässt. Doch jeder erste Eindruck täuscht in Ole Bornedals («Nightwatch») neuem Film: Wo die Gewalt herrscht, ist die Liebe tatsächlich nie weit. Zu verbergen hat hier jeder etwas. Und glücklich ist der Mann im Bett mitnichten.

Jonas (Anders W. Berthelsen), so sein Name, führt ein Durchschnittsleben: Eine hübsche, ins Alter gekommene Frau, zwei hübsche, nichtssagende Kinder, eine hübsche, profillose Wohnung in Kopenhagen. Erst als Jonas in einen Autounfall verwickelt wird, bei dem die mysteriöse Julia (Rebecka Hemse) beinahe stirbt, bietet sich ihm die Chance auf eine aufregendere Existenz: Er gibt sich als der Freund von Julia aus, die an Amnesie und Blindheit leidet. Doch da dies nicht «While You Were Sleeping» ist, sondern ein Thriller samt ausgemachter femme fatale, wird Jonas Scharade noch Konsequenzen haben, die nicht nur seine Ehe gefährden.

«Just Another Love Story» versteht sich als Neuauflage des «film noir» - dass die Geschichte weder originell noch glaubhaft ist, tut also nichts zur Sache. Der Anti-Held, der sich vom Leben betrogen fühlt und deshalb Dummheit über Dummheit begeht; die Frau, die diese Dummheiten provoziert; die unerbittlichen Folgen dieser Dummheit, die unfehlbar am Ende stehen: Das alles gehört zum Genre-Rüstkasten und war in den USA der 40er-Jahre nicht weniger unplausibel als im Dänemark des 21. Jahrhunderts. Aber eben damals wie heute auch fesselnd, wenn es gut umgesetzt ist.

Und hier kann man Bornedal erstmal nicht viel vorwerfen: Das Skript ist verzwickt, aber überraschend, die Bildsprache verblüffend, das Tempo stimmt und die Schauspieler sind derart überzeugend, dass man ihnen durch die unglaubwürdigsten Wendungen hindurch folgt. Ein perfekter Thriller also? Leider ist auch dieses Urteil verfrüht: Gegen Schluss neigen die visuellen Spielereien ebenso wie die Handlung zu sehr zum Exzess. Doch sollte man sich davon nicht täuschen lassen: Sehenswert ist dieser dänische Film allemal.

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4 Kommentare
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Flo

Super!. Meiner Meinung nach gab es bei uns 2009 nichts Besseres im Kino.
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Bruno

Genial.
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Thomas

Genial, nachvollziehbar und logisch. Wieder mal ein Film, der von Beginn weg bis zum Ende eine logische und nachvollziehbare Story hat. Auch du wirst dich irgendwo darin finden. Die Spannung wird bi...
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Thomas

nachvollziehbar, logisch, spannend bis zuletzt. ... wieder einmal ein Film, der einen von Anfang bis Schluss packt. Die Story ist logisch aufgebaut und irgendwie auch aus dem Leben gegriffen... auch d...
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