I Now Pronounce You Chuck and Larry - Filmkritik
| Aka Titel: | Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme |
| Land (Jahr): | USA (2007) |
| Genre: | Comedy, Romance |
| Filmlänge: | 115min |
| Regie: | Dennis Dugan |
| Kinostart: | 18.10.2007 |
| 29.08.2007 (Romandie) | |
| 14.09.2007 (Tessin) |
Unter der Gürtellinie
In Adam Sandlers neuster Komödie geben sich zwei Extrem-Heteros das Ja-Wort. Das ist ein super Vorwand, um in aller Ruhe über Schwulenwitze zu grölen.
Adam Sandler-Filme sind zwar Geschmacksache, aber im Grunde etwas sehr Demokratisches: Die hohe Gagquote ist so angelegt, dass jeder einmal mitlachen kann. In seiner neuen Komödie holt Sandler nun den Komiker Kevin James - bekannt aus der Sitcom «King of Queens» - mit ins Boot. Das Duo machte «I Now Pronounce You as Chuck and Larry» zu einer der erfolgreichsten Komödien des US-amerikanischen Kinosommers.
Chuck (Adam Sandler) und Larry (Kevin James) sind «best buddies», Feuerwehrmänner und auch sonst sind sie total heterosexuell. Chucks Testosteronspiegel reicht für eine ganze Cheerleader-Truppe plus Chefärztin. Larry hingegen hat andere Sorgen. Als allein erziehender Vater trauert er noch immer um seine verstorbene Frau. Das Problem: Ohne neue Heirat erhalten seine Kinder die Lebensversicherung nicht. Aber hey, wenn man schon eine Scheinehe eingeht, warum nicht gleich den besten Freund und Buddy heiraten? Das ruft die Behörden auf den Plan, die Clint Fitzer (Steve Buscemi) als fiesen Investigator ins Feld schicken. Er soll herausfinden, ob die Frischvermählten auch richtig schwul sind - sprich: «Wham!» hören und «Brokeback Mountain» gucken. Eine rattenscharfe Anwältin (Jessica Biel) steht dem Paar zur Seite, und das stellt Chucks Triebwesen ganz schön auf die Probe.
In Dennis Dugans «Chuck and Larry» verwandeln sich also zwei gestandene Macho-Männer zu Botschaftern der Gay-Community. Eine willkommene Gelegenheit, ungestraft über sämtliche Klischées und Schwulenwitze zu grölen. Ist das nun schwulenfeindlich oder Quotenschrauberei, ganz nach dem Motto: «push the limits»? Schliesslich bekommen auch andere ihr Fett ab: die blöden Blondinen, der lispelnde Asiate, der furzende Fettleibige oder die homophoben Fundi-Christen.
Doch nach dem Spass kommt die Läuterung. «Don't say fagot, it's a bad word», sagt Chuck im Gerichtsaal und schaut beschämt zu Boden. Dann liegt man sich in den Armen und versichert sich gegenseitig, dass alle o.k. sind, so wie sie der liebe Gott geschaffen hat. Das ist gleichzeitig das Startsignal für die Auftritte des offiziell schwulen Schauspielers Richard Chamberlain und des NSYNC-Sängers Lance Bass in kleinen Nebenrollen. Und erinnern Sie sich an Marcellus Wallace (Ving Rhames) in Quentin Tarantinos «Pulp Fiction», der im dunklen Keller in den Popo gef... - ja der ist auch schwul. Aber nur im Film. [Beatrice Minger]
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