Hier versuchen ein paar weich gewordene Männer auf Harleys anstatt auf Pferden dem Alltagstrott zu entfliehen. Vier Kumpels (John Travolta, Tim Allen, William H. Macy und Martin Lawrence), die von ihren Frauen an der kurzen Leine gehalten werden, wollen das Mannsein noch einmal richtig spüren. Darum hieven sie sich auf ihre Motorräder, schmeissen ihre Handys weg und brechen auf zu einem Roadtrip quer durch die USA.
Dabei handeln sich die Möchtegern-Bad-Boys Ärger in einer Bikerbar ein, werden von einem schwulen Polizisten bedrängt und haben eine interessante Begegnung mit einem wildgewordenen Stier. Zwischendurch gibt John Travolta wieder mal eine Tanzeinlage, doch Kollege William H. Macy stiehlt ihm dabei die Show. Den ultimativen Bösewicht spielt Ray Liotta («Identity»), das rettungsbedürftige Kleinstadtgirl gibt Marisa Tomei («What Women Want»). Und Original-Easy-Rider Peter Fonda beehrt das Set mit einem Cameo-Auftritt.
Kurzweilig, das ist die Motorrad-Komödie «Wild Hogs» von Regisseur Walt Becker. Wieso der Film bei uns unter dem dümmlichen Titel «Born to be wild - Saumässig unterwegs» vermarktet wird, ist rätselhaft. Aber egal. Wer die Hauptdarsteller mag, dem wird auch der Streifen gefallen. Tim Allen serviert seine Jokes in bester «Hör' mal wer da hämmert»-Manier. Schuss und Treffer.
John Travolta variiert zum x-ten mal seine Comedyperformance aus Filmen wie «Kuck' mal wer da spricht». Dauerquassler Martin Lawrence spult sein Mimik-Standardprogramm ab. Und der herrlich trockene William H. Macy macht sich rücksichtslos laufend zum Oberdeppen - und hat dabei stets die grössten Lacher auf seiner Seite. Ein wahres Slapstick-Talent.
Der Film kommt zwar nicht so schön auf Touren wie eine edle Harley-Davidson XR 1000, aber er ist nett gemacht und hat einige gute Witze auf Lager. Wer genau das erwartet und nicht mehr, der sollte nicht zögern und sich einen Kessel Popcorn schnappen.