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Across the Universe - Filmkritik

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Land (Jahr): USA (2007)
Genre:Drama, Musical, Romance
Filmlänge:133min
Regie:Julie Taymor
Kinostart:29.11.2007
 12.12.2007 (Romandie)
 09.11.2007 (Tessin)

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Cast:
Evan Rachel Wood
Jim Sturgess
Joe Anderson
Dana Fuchs
Martin Luther
T.V. Carpio
Spencer Liff

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All You Need Is Love, Actually

30

Junge trifft Mädchen. Sie verlieben sich. Sie streiten sich. Sie vermissen sich. Sie finden wieder zu sich. Alles wird gut. Das Leben kann manchmal so einfach sein. Fast so einfach wie ein Beatles-Song.

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Was also liegt näher, als mit Beatles-Songs eine Liebesgeschichte zu erzählen? Also haben die beiden Drehbuchautoren von «The Commitments» 33 Hits der Fab Four ausgewählt und rund um sie eine Love Story gebastelt: Der junge Liverpooler Jude (Jim Sturgess) reist an die Ostküste der USA, sucht dort nach seinem vor seiner Geburt abgehauenen Vater und findet die grosse Liebe - Lucy. Gemeinsam mit ihrem Bruder landet er schon bald im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village und damit mitten in der aufkeimenden Gegenkultur und im Brennpunkt des Anti-Vietnam-Protests.

Von der Dynamik dieser Zeit haben sich auch die Autoren mitreissen lassen. Zu fest. Das Skript scheint das Ergebnis eines ausführlichen Brainstormings zum Thema 60er Jahre zu sein - kaum ein damit verbundenes Stichwort, das hier nicht verwendet wird. Und so tritt immer mehr Personal auf, immer mehr Nebenhandlungen werden eingefügt, bis die Liebes- und Hauptgeschichte völlig untergeht und sich die Charaktere unter den aufgeschichteten Klischees nicht mehr entwickeln können.

Dabei gäbe es so viel zu entdecken. Nur schon die Songs der Beatles selbst. Die werden in «Across the Universe» neu interpretiert und oftmals ganz anders eingesetzt, als man es erwartet. Die vielen unentdeckten, unverbrauchten Schauspieler (die einzig bekannte Hauptdarstellerin ist Evan Rachel Wood) schaffen es, die Evergreens zu verjüngen. Plötzlich berühren die Lieder, die man doch schon tausendmal gehört hat, ganz neu und man erkennt wieder, wie viel Kraft und Lebensfreude in ihnen steckt. Wahre Beatles-Fans werden neben den 33 interpretierten Hits übrigens unzählige weitere Anspielungen auf Leben und Werk der Fab Four finden. (Es ist aber völlig unverständlich, dass die Songtexte, obwohl von zentraler Bedeutung, in den Deutschschweizer Kinos nicht untertitelt werden.)

Regisseurin Julie TaymorTitus», «Frida») versprüht einmal mehr Ideen und Originalität, aber schafft es nicht, die vielen Puzzleteile zu einem erkennbaren Ganzen zu ordnen. Und sie verharrt zu oft in verklärten Flower-Power-Erinnerungen und Revolutions-Nostalgie, ohne die Geschichte voranzutreiben. So mag es vielleicht historisch korrekt sein, wenn zwei (für die Story überflüssige) Szenen unter Drogeneinfluss stehen - aber doch nicht gleich nacheinander! Mässig hilfreich sind da die Cameos (u.a. Bono und Joe Cocker) - der Einsatz altbekannter «Stars» lenkt bloss ab von der Frische der jungen Darsteller.

Mit zweieinviertel Stunden dauert die an sich simple Liebesgeschichte viel zu lange. Denn wenn am Schluss «All you need is Love» gesungen wird, da fragt man sich unwillkürlich: Warum ist euch das nicht früher in den Sinn gekommen? [Wisi Greter]

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