Pete Garrison (Michael Douglas) hat eine Affäre mit der Frau seines höchsten Vorgesetzten. Sowas soll vorkommen. Kompliziert wird die Angelegenheit aber, weil es sich bei der Frau um die First Lady der USA (Kim Basinger) handelt und Garrison als Geheimagent für ihre Sicherheit verantwortlich ist. Da gleichzeitig ein Spitzel im Geheimdienst versucht, ein Attentat auf den Präsidenten zu ermöglichen, wird die Situation für alle Beteiligten langsam unüberschaubar.
Der Verdacht von Sonderermittler David Breckinridge (Kiefer Sutherland) fällt rasch einmal auf Garrison. Dieser widersetzt sich jedoch der Festnahme und macht sich auf eigene Faust auf die Jagd nach den Attentätern. Ein tödliches Katz-und-Mausspiel entwickelt sich zwischen Garrison, seinen ehemaligen Arbeitskollegen und finsteren Gestalten aus dem Osten.
Nie ist die Spannung grösser, als wenn der Präsident der USA in Lebensgefahr ist. Anders lässt es sich fast nicht erklären, wieso dieses Thema von Hollywood immer wieder neu bearbeitet wird. «In the Line of Fire» (1992), «Air Force One» (1997) und «The Sum of All Fears» (2002) sind nur die bekannteren Beispiele. Kommt natürlich hinzu, dass die USA durch die erfolgreichen Attentate auf die Präsidenten Lincoln, Garfield, McKinley und Kennedy unter einem Sicherheitstrauma leiden, das sich seit den Anschlägen von 9/11 noch verstärkt hat.
Auch in «The Sentinel» wird nun also wieder mit dieser Gefahr gespielt. Damit dieser bedrohte Präsident auch dem Rest der Welt ans Herz wächst, unterstützt er das Kyoto-Protokoll und hält sich mit bewaffneten Auseinandersetzungen zurück. Allerdings bleibt er nur eine Schattenfigur, die Handlung entwickelt sich natürlich um die von Douglas und Sutherland gespielten Geheimagenten, die aus erst spät erklärten Gründen auch Kontrahenten sind. Sutherland zur Seite steht die schöne Eva Longoria, die einmal aus ihrem Alltag in «Desperate Housewives» ausbrechen darf, aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ziemlich blass wirkt.
So jongliert die Handlung zwischen Verfolgungsjagden, intimen Momenten und Ermittlungsarbeit. Die hinzugefügten Konflikte der einzelnen Personen wirken in dieser Mischung eher störend. Ziemlich undurchsichtig bleiben bis zuletzt auch die Motive für das geplante Attentat. So bleibt am Schluss nur wenig haften von diesem durchschnittlichen Thriller, der so vielschichtig sein möchte, dass die Spannung meist auf der Strecke bleibt. Da ist Michael Douglas als allein stehender Präsident («The American President») bedeutend unterhaltsamer.