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L'ivresse du pouvoir - Filmkritik

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Piraña im Karpfenteich

40

Die Tinte der Schuldsprüche des Bundesgerichts gegen zwei Schweizer Beteiligte ist kaum trocken, da kommt ein Film ins Programm, der ähnlich wie «Grounding» die Vorgänge um den grössten Wirtschaftsfilzprozess Frankreichs imaginiert. Isabelle Huppert gefällt im brisanten Machtkampf zwischen Geld und Gesetz von Altmeister Claude Chabrol. Beeindruckend.

Im Vorspann heisst es ironisch: «Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Firmen sind - wie es so schön heisst - rein zufällig». Dabei ist nichts weniger zufällig als gerade die Anspielung auf einen der grössten Korruptionsfälle, der die französische Öffentlichkeit erschütterte und zum Zusammenbruch des Konzerns Elf Aquitaine führte.

Der Film kann als freie Rekonstruktion verstanden werden und zugleich als Modell der Konzernvetternwirtschaft. Die Parallelen zu den Tatsachen werden dem Publikum geradezu aufs Auge gedrückt, wenn der Geschäftsführer schon in der ersten Szene immer wieder von Juckreiz geplagt wird, während der ehemalige Elf-Aquitaine-Chef, Loïk Le Floch, unter Schuppenflechte litt. Analog zur Realität muss auch der Filmkonzern unter anderem für die Scheidung, die Geliebte, die Zweit- und Drittwohnungen seiner Führungskräfte aufkommen. Konsequent war es, auch eine Untersuchungsrichterin mit dem vielsagenden Namen Jeanne Charmant-Killman (Isabelle Huppert) einzusetzen, wurde doch die Hauptarbeit im Elf-Aquitaine-Verfahren ebenfalls von einer Frau geleistet.

Diese Jeanne d'Arc der Rechtspflege nutzt ihren stilvollen Charme, um ihre Gegenspieler in Sicherheit zu wiegen, wodurch sie im optimalen Moment zuschnappen kann. Claude Chabrol konzentriert sich auf diese menschlichen, emotionalen und intellektuellen Aspekte der Vorgänge. Nie wird man mit komplizierten juristischen Vorgängen hingehalten, immer erlebt man, wie der oder die Einzelne im Räderwerk reagiert, nach Ausflüchten sucht oder in Selbstmitleid zerfliesst: Das Verhör als Minitheaterstück, alle Aktiven als Schauspieler.

In diesem Spiel mit Elementen des Agententhrillers dürfen konspirative Treffen ominöser Machtstrategen, die CIA und ein korrupter schwarzafrikanischer Politiker nicht fehlen, auch wenn das Risiko besteht, Cliché-Alarm auszulösen oder mit dem pädagogischen Zeigefinger zu langweilen, weil ein «Pate» dem Sohn eines verstorbenen Kollegen das Prinzip erklärt: Die Figuren wechseln, die Regeln bleiben gleich, Geld und Macht schlagen Gesetz und Politik. Der Anteil dieser frei erfundenen Szenen ist aber gering, im Wesentlichen wird aus der Sicht der Untersuchungsrichterin erzählt, die für den Justizerfolg über Leichen zu gehen bereit wäre - vielleicht sogar über die eigene. Überzeugend. [Eduard Ulrich]

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m&m's Martin: Das ist bei weitem der bisher beste Film aus der 3...
m&m's Jean-Claude: Ich kann den Film gar nicht empfehlen. Habe selten...