Zum Ausziehen verführt - Filmkritik
| Originaltitel: | Failure to Launch |
| Land (Jahr): | USA (2006) |
| Genre: | Comedy, Romance |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Tom Dey |
| Kinostart: | 16.03.2006 |
| 15.03.2006 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Tom J. Astle |
Die Flüggemacherin
Wenn Eltern eine attraktive Frau engagieren, den nesthockenden Sohnemann zu bezirzen und aus dem Elternhaus zu befördern, ist eine Beziehungskomödie im Gange. In diesem Falle «Zum Ausziehen verführt» mit Sarah Jessica Parker und Matthew McConaughey.
Dass «Failure to Launch» auch hierzulande mit dem unüblichen deutschen Verleihtitel in die Kinos gelangt, wird offiziell mit der Unverständlichkeit des Originaltitels begründet. Vielleicht wollte man aber auch den Kritikern nicht gleich schon die erste Pointe auf dem Silbertablett servieren. Sollte tatsächlich eine qualitative Überlegung dahinter stehen, wäre jedenfalls sinniger gewesen, diese Komödie gleich ihrer Verwertung auf DVD zuzuführen.
«Zum Ausziehen verführt» handelt von einem jener Broterwerbe, die einzig in Filmen vorzukommen pflegen: Paula gaukelt den als Nesthockern qualifizierten Söhnen ihrer Klienten Liebe vor, um die Abreise aus dem «Hotel Mama» zu beschleunigen. Zudem kurbelt der Streifen am ausgeleiertsten Mechanismus romantischer Komödien: die Hinterlist, die just dann auffliegt, als Liebe erblüht. Inklusive all der aufgeregten Szenen, in der das Missverständnis zurechtgerückt werden soll. Selbstverständlich kann alter Wein aus neuen Schläuchen munden, nur scheinen im Falle von «Zum Ausziehen verführt» sämtliche Entscheidungsträger hübsch besoffen gewesen zu sein. Der Beschluss, die Hauptrollen mit Sarah Jessica Parker und Matthew McConaughey anstelle eines Pärchens wie Sarah Michelle Gellar und Freddie Prinze Jr. zu besetzen, kann keinem nüchternen Geist entsprungen sein.
Mit 41 Jahren gibt Parker eine Singlefrau mit fragwürdigem Lebensinhalt und einer Mitbewohnerin, deren Darstellerin geschlagene 15 Jahre weniger auf dem Buckel hat. Der «romantic lead» wird ausgerechnet von Matthew McConaughey bestritten, dessen irritierend oft zur Schau gestellten befremdlichen Tischmanieren und dessen testosteronbefeuerte Lässigkeit eines brünstigen Turnlehrers ihn als Star höchstens von Offroadfilmen wie «Sahara» tragbar machen. Die problematische Chemie zwischen diesen beiden Darstellern war bereits in einer «Sex and the City»-Episode zu beobachten gewesen, und als ob es eines weiteren Beweises bedürfe, schimmerte bei Promo-Auftritten der beiden jüngst unübersehbare Verachtung durch. Dass McConaugheys Filmfigur Trip als «running Gag» des Filmes von allerlei Getier gebissen wird, dient so gesehen wenigstens der Schadenfreude. Eigentlich handelt es sich aber einfach um eine weitere unsinnige Komponente einer Komödie, bei der nichts zusammenpassen will. [Simon Kern]
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