Da die «Wilden Kerle» nach einer 1:25-Niederlage gegen die deutsche Nationalelf (zweiter Teil) getrennte Wege gehen, muss der grösste Fan des Teams, der junge Nerv (Nick Romeo Reimann), die in die Pubertät gekommenen Jungs sowie Vanessa (Sarah Kim Gries) zuerst wieder zusammenführen, bevor sie den alles entscheidenden Match gegen die garstigen Girls um Leons Ex-Freund Fabi (Constantin Gastmann) aufnehmen können.
Zwar gelingt Nerv die Wiedervereinigung teilweise, doch das ist erst der Anfang der Autoritäts-, Geschlechter- und Fussballkämpfe, die das Team um Leon (Jimi Blue Ochsenknecht) zu bestehen hat. Um gegen die «Biestigen Biester» antreten zu können, gilt es zuerst die Bikes zusammenzuflicken, dann gegen das schlechte Wetter anzufluchen, sich ihrer hartnäckigen Verfolger - Maxis Vater (Uwe Ochsenknecht) und Nervs Mutter (Claudia Michelsen) - zu entledigen und endlich das Team wieder zusammenzuschweissen. Als es schliesslich zum Ernstkampf zwischen den «Wilden Kerlen» und den «Biestigen Biestern» kommt, steht für alle viel auf dem Spiel...
Ähnlich wie J. K. Rowling den Fokus der «Harry Potter»-Bände dem Entwicklungsstand ihrer Protagonisten anpasst, verlagert auch Drehbuchautor und Regisseur Joachim Masannek die Thematik seiner «Wilden Kerle» immer mehr weg vom Fussballspiel (erster Teil) hin zu einer Erwachsenenwelt, in der um Gefühle gerungen (zweiter Teil) und um Machtansprüche gekämpft wird (dritter Teil). Dass sich dabei aber Teenager wie perfide und hasserfüllte Erwachsene gebärden und mit Waffengewalt (u.a. Blutegelgeschossen) aufeinander losgehen, ist für einen Kinderfilm eher fragwürdig.
Masanneks Bemühungen, seine Fussballer-Saga mittels mehr Action, Rebellion und sexy Girls auch für ein älteres Publikum interessant zu machen, führt in die Irre, denn die Bedürfnisse der jüngeren «Wilde-Kerle»-Fans bleiben dabei auf der Strecke. Der Spagat zwischen ganz jung und jung gelingt nicht: Flüche wie beispielsweise «beim heiligen Rotkohlbällchen» oder «Kaninchenbommel am Po» oder aber Furz- und Rülpseinlagen bringen vielleicht 7- oder 8-Jährige zum Lachen; bei Pubertierenden wirken sie aber nur noch absurd.
Trotzdem: 10- bis 15-Jährige, die selber in coolen Grüppchen organisiert sind, können sich durchaus einen Mittwochnachmittag lang mit «Die Wilden Kerle 3» unterhalten, und die Girls dürften ob des gut aussehenden Jimi Blue Ochsenknechts ins Schwärmen kommen. Kindern unter 9 Jahren rät man von diesem ruppigen Abenteuer aber besser ab.
Einfach klasse. Nach dem ersten und zweiten Teil bestand vielleicht der Verdacht, dass der Fußball zu sehr in den Hintergrund rücken würde - diese Befürchtung hat man vielleicht auch beim kommenden 4....
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