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Filmkritik

Kontrast im Kino-Sommer

Mit geringem Budget, einer simplen Geschichte und ausdrucksvollen Schauspielern, erzählt Regisseur Jean Pascal Hattu in «7 ans» aus dem Leben eines Gefängniswärters, eines Verbrechers und dessen Ehefrau. Ein kleiner Film inmitten des Mega-Sommerkinos, der über die besten Tugenden eines Studiofilms verfügt.

Maité (Valérie Donzelli) ist mit Vincent verheiratet, der zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die junge Frau verpasst keinen Besuchstag und ist ihrem Mann treu ergeben. Der Glaube an die Liebe soll die Jahre der Distanz überwinden. Doch eine Affäre mit Jean (Cyril Troley), den sie vor dem Gefängnis kennenlernt, bringt ihr Leben auf neue Bahnen. Was als Ventil für unterdrückte sexuelle Bedürfnisse beginnt, entwickelt sich zusehends zu einem Wechselspiel aus Manipulation, ehrlichen Gefühlen und falschen Erwartungen.

Sei es der Staat oder die Liebe, Jean Pascal Hattu erkennt beides als Gefängnis und befasst sich damit auf subtile und zum Schluss ungemein berührende Weise. Die Freiheit ist ein zwiespältiges Ding, wenn das damit verbundene Gefühl nur durch einen anderen Menschen erreicht werden kann. Donzelli steht in der Figur der Valérie im Zentrum dieser emotionalen Zerreissprobe. Hattu, der unzählige Interviews mit Frauen von Häftlingen geführt hat, widmet seinen Film diesen Menschen, welche nur noch ein Teil ihres Ganzen sind und sich verzweifelt an den Überresten einer abgebrochenen Liebe festhalten. Ohne falschen Pathos veranschaulicht Donzelli den inneren Kampf einer Frau, die ihr Begehren auf fünf Besuchsminuten und flüchtigen Sex beschränken muss, und für die es unmöglich wäre, ihrem Ehemann den Rücken zu kehren.

Dieses bescheidene Drama startet inmitten von Hollywoods Sommerproduktionen, welche auch dieses Jahr die Leinwände und das breite Interesse des Publikums füllen. Ich vermute, dass, wer bei dieser Kritik gelandet ist, eine Alternative zu diesem Kino sucht oder sich womöglich verklickt hat. Ist ersteres der Fall so sei erwähnt, dass «7 ans» trotz der etwas tristen Prämisse ein vollends befriedigendes und erhebendes Erlebnis ist. Die Geschichte liegt fern des für diese Jahreszeit typischen Kinoprogramms und sehr nah der menschlichen Natur. Ein Widerspruch, der die Qualität des Streifens am besten verdeutlicht.

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