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Turtles Can Fly - Filmkritik

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Land (Jahr): Iran (2005)
Genre:War
Filmlänge:97min
Regie:Bahman Ghobadi
Kinostart:23.06.2005
 23.03.2005 (Romandie)
Drehbuch:Bahman Ghobadi

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Kinder im Krieg

40

Der anrührende Streifen «Turtles Can Fly» schildert in atemberaubenden Bildern das Elend kurdischer Flüchtlinge in einem Dorf im Irak unmittelbar vor der amerikanischen Militärintervention.

Bildgalerie

Seit seinem gefeierten Erfolgsstreifen «Zeit der trunkenen Pferde» gilt Bahman Ghobadi als einer der ganz grossen Visionäre des zeitgenössischen, kurdischen Kinos. In «Turtles Can Fly» greift der Regisseur wieder seine Lieblingsthematik auf: Er zeigt die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen im Grenzgebiet zwischen Iran und Irak.

Die Kamera schwenkt in ein Flüchtlingslager an der türkischen Grenze, das einst von der UNO errichtet wurde. Der Stacheldraht wirkt bedrohlich, die Uniformierten stellen das Gesetz dar. Die hier zum Leben verdammten Kinder fristen ein trauriges Dasein: Ihre einzige Einkommensquelle ist das Entschärfen von Minen, die sie anschliessend weiterverkaufen. Das geht nicht immer glimpflich ab - die Verstümmelungen an Körper und Seele sind zahlreich.

Satellit (Soran Ebrahim) ist der Boss der Kindergang - gleichzeitig fungiert er auch als Übersetzer. Weil Satellit sich mit Antennen und Fernsehern auskennt und der Junge ein paar Brocken Englisch kann, wird er von den Lagerinsassen gerne als Dolmetscher für die aktuellen CNN-Nachrichten eingespannt. Denn die ersten Angriffe amerikanischer Bomber stehen unmittelbar bevor.

Der Blick auf die Protagonisten ist liebevoll, ihre skurrilen Eigenarten lassen einen bisweilen sogar Schmunzeln. Dass die Tragik der auswegslosen Situation mit Komik aufgebrochen wird, tut dem Streifen gut. Die Laiendarsteller machen durchs Band einen guten Job. Das ist umso eindrücklicher, da es bei diesem Film kein festes Drehbuch gab. Also spielen sie im Grunde ihr eigenes Leben, was so beklemmende Authentizität vermittelt.

«Turtles Can Fly» wurde mit Preisen geradezu überhäuft. Bahman Ghobadis jüngstes Werk gewann unter anderem bei der Berlinale im Februar 2005 den Friedensfilmpreis. Das erstaunt wenig, denn die auf Zelluloid gebannte Klage gegen den Krieg geht unter die Haut und setzt deutliche Zeichen. Was dem Film vielleicht ein bisschen fehlt, ist ist ein Gegengewicht zum Umstand, dass sehr wenig Hoffnung und Zuversicht vermittelt wird. Doch das schmälert den Gesamteindruck wenig: Daumen nach oben, ein gelungenes Stück Kino. [Dominique Zahnd]

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