The Family Stone - Filmkritik
| Aka Titel: | Die Familie Stone - Verloben verboten! |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Comedy, Romance |
| Filmlänge: | 103min |
| Regie: | Thomas Bezucha |
| Kinostart: | 15.12.2005 |
| 28.12.2005 (Romandie) | |
| Kamera: | Jonathan Brown |
Familie Stein
Rechtzeitig zur Weihnachtszeit tischt uns Hollywoods Kitsch-Küche eine romantische Liebeskomödie auf: Attraktive Frauen, charismatische Männer, zickige Schwestern und tollpatschige Brüder liefern sich ein amüsantes Bäumchen-wechsle-dich-Spiel.
«The Family Stone» gibt schon nach der Eröffnungssequenz zu verstehen, dass hier ein Märchen erzählt wird: Die Credits werden als Bilderbuchseiten von unsichtbarer Hand umgeblättert. Man kann es sich also auf Grossmutters Schoss bequem machen und gebannt der Erzählung lauschen.
Everett Stone (der smarte Dermot Mulroney) schleppt seine Freundin Meredith Morton (Sarah Jessica Parker) zum alljährlichen Weihnachtstreffen seiner Familie mit; sie soll während der Feiertage mit der ganzen Sippschaft bekannt gemacht werden - und auch ein Heiratsantrag ist geplant. Das Zusammentreffen der Businessfrau mit der chaotischen Grossfamilie gestaltet sich aber alles andere als feierlich. Angestachelt von Everetts jüngster Schwester (Rachel McAdams) hasst Familie Stone die Auserkorene des ältesten Sohnemanns vom ersten Augenblick an. Sie macht aber auch gar nichts recht: Steif und unnahbar tritt sie von einem Fettnäpfchen ins andere. Alle gutgemeinten Annäherungsversuche ihrerseits enden im Desaster. Bald ist das Familiengefüge auseinandergerissen und die Beziehungen unter den Protagonisten in Frage gestellt.
Nach zahlreichen erheiternden, aber auch tränenreichen Irrungen und Wirrungen findet schliesslich jedes Töpfchen das passende Deckelchen und alle, alle haben ihre Lektion gelernt. Selbst Meredith, die zugeknöpfte New-Yorkerin, kann endlich ihren enganliegenden Pferdeschwanz lösen und ihrer wilden Haarpracht freien Lauf lassen.
In Thomas Bezuchas zweitem Spielfilm wimmelt es nur so von klischierten Figuren und oft gesehenen Szenen. Nach altbewährtem Hollywood-Rezept fehlt es hier weder an klamaukigem Slapstick noch an einer guten Prise Melancholie. Obwohl das alles am Rande des Zumutbaren verläuft, wird die Grenze zum Unerträglichen nie überschritten. Vielleicht liegt das am erfrischenden Spiel der einzelnen Schauspieler (allen voran die wundervolle Clare Danes, dicht gefolgt von Diane Keaton), an der unaufdringlichen Mischung aus Komik und Tragik oder ganz einfach an der ans Herz gehenden Familienkonstellation. Man kann so richtig eintauchen in diese Geschichte und fühlt sich bald selbst als waschechtes Familienmitglied. Die immense Palette an amerikanischer Weihnachtslieder verhilft zudem zur passenden Festtagsstimmung. Ob «Jingle Bells» oder «Joy to the World» - das Feeling stimmt. [Nadine Adler]
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