Stealth - Filmkritik
| Aka Titel: | Stealth - Unter dem Radar |
| Land (Jahr): | USA (2005) |
| Genre: | Action, Adventure, Sci-Fi, Thriller |
| Filmlänge: | 121min |
| Regie: | Rob Cohen |
| Kinostart: | 15.09.2005 |
| 24.08.2005 (Romandie) | |
| Kamera: | Dean Semler |
Bruchlandung
Action-Spezialist Rob Cohen («The Fast and the Furious») lässt einen irre gewordenen Hightech-Jet über die Leinwand düsen. Die Story entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber als äusserst flügellahm.
Autsch! Dieser Streifen weist so viele Logiklöcher auf, dass es weh tut. Und dann erst die schwache Performance der Darsteller! Und die dämlichen Dialoge! Und die lächerlichen Effekte! Doch halt, halt, halt: Bevor dieses Stück Filmmüll nun im Detail seziert wird, hier erst mal der Plot.
Ben (Josh Lucas), Kara (Jessica Biel) und Henry (Jamie Foxx) gehören der Stealth-Einheit für taktische Angriffe an. Sie sind die drei besten Kampfpiloten der amerikanischen Luftwaffe und meistern mittels ihrer hochmodernen Jets auch die schwierigsten Missionen. Doch das Trio bekommt beim Ausschalten von Waffenschiebern und Terroristen plötzlich Konkurrenz - und zwar in Form eines Flugzeugs, das von einem Computer gesteuert wird. Unsere Helden finden das gar nicht cool. Trotzdem müssen die drei den neuen Jet testen. Im Einsatz lässt ein Blitz dem Supercomputer aber die Sicherungen durchbrennen und er fängt an, selbstständig zu «denken» und zu handeln.
Etwas oberflächlich betrachtet fühlt sich «Stealth» genau wie ein Michael Bay-Film an. Es rummst ständig, es gibt zuhauf Explosionen und der Action-Pegel wird immer schön hochgehalten. Hie und da noch ein knackiger Spruch - so schaut gut gemachtes Popcorn-Kino aus. Dagegen ist auch gar nichts zu sagen. Bayfilme wie «The Rock», «Bad Boys» oder «Armageddon» haben in der Vergangenheit Millionen von Kinogängern gut unterhalten. Tja, aber «Stealth» stammt eben nicht von Michael Bay, sondern von dessen kleinem Bruder im Geiste, von Rob Cohen. Der kennt die Zutaten für ordentliches Actionkino eigentlich auch - wie «XXX» oder «Dragonheart» bewiesen. Aber bei seinem jüngsten Streich macht der Regisseur nun wirklich alles falsch.
Dieser Film verstösst gleich gegen mehrere Gesetze - darunter die der Physik, der Chemie und der Logik. Über die eine oder andere Unsinnigkeit in der Story sieht man als Zuschauer ja sonst durchaus mal hinweg, wenn der Rest irgendwie stimmig ist. Aber hier? Nein, so geht das nicht. Da fliegen zum Beispiel hypermoderne Jets in Minuten um den Globus. Tanken? Wer braucht das schon! Und dann dieser Klischee-Reigen: Thaifrauen sind anhänglich, sexy und können kein Wort Englisch. So ein Quatsch! Die Dialoge? Eine Qual. Shootingstar Jamie Foxx («Collateral», «Ray») verspielt sich seinen ganzen erarbeiteten Bonus, weil er in seiner Rolle als Henry selten blöde Zeilen aufzusagen hat. Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach dem einzig positiven an dem Streifen. Doch, das gibt es - und zwar die Bikiniszene mit Jessica Biel. Aber das war's.
«Stealth» hätte ein cooler Cocktail aus «Top Gun» meets «War Games» meets «Knight Rider» sein können. Doch hier werden leider keine Emotionen transportiert, die hölzernen Charaktere sind ärgerlich und die Action sieht zu CGI-lastig und somit schlecht aus. Was Rob Cohen mit «Stealth» abliefert, ist ein filmischer Tiefflieger, der zu recht in den Staaten an der Kinokasse abgestürzt ist. [Dominique Zahnd]
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