Manderlay - Filmkritik
| Land (Jahr): | Dänemark, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schweden, USA (2005) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 139min |
| Regie: | Lars von Trier |
| Kinostart: | 06.10.2005 |
| 09.11.2005 (Romandie) | |
| Kamera: | Anthony Dod Mantle |
Die Mobsterfee
Im zweiten Teil seiner USA-Trilogie setzt Lars von Trier auf dieselben Mittel wie in «Dogville», um diesmal die korrumpierende Wirkung der Sklaverei darzustellen. Nicole Kidman blieb allerdings auf der Strecke. Stattdessen mutiert Bryce Dallas Howard von der Gangsterbraut zur Bürgerrechtlerin, um die Unterdrückten zu befreien.
Gerade ist Grace dem Horror von «Dogville» entronnen, da bekommt sie schon Gelegenheit, ihrem Namen alle Ehre zu machen: Auf einer Baumwollplantage, die genauso wie der mythische Ort Dogville im dramaturgischen Sandkasten liegt, nämlich in der Halle mit schwarzem Boden, der sich so schön mit den Requisiten bemalen lässt. Hier trifft sie Verhältnisse an, wie sie zur Zeit der Sklaverei in den USA herrschten.
Bekanntlich ist Grace von einem hehren Gerechtigkeitsgefühl durchdrungen und so kann sie nicht anders, als sich von ihrer kollektiven Schuld als Weisse reinwaschen zu wollen, indem sie die Machtverhältnisse auf den Kopf stellt. Äusserst praktisch sind die paar fotogen bewaffneten Leute der Gang ihres Vaters, die nicht nur die bisherigen Besitzer gefügig, sondern auch als Ordnungsdienst in der flugs ausgerufenen Genossenschaftsdemokratie den etwas störrischen Schwarzen Beine machen. Die sind nämlich schwer davon zu überzeugen, dass alles nur zu ihrem Besten geschieht, denn Selbständigkeit und Verantwortung sind ihnen vollkommen fremd.
Grace möchte binnen eines Jahres einen wirtschaftlich autarken Betrieb mit anständigen Lebens- und Arbeitsbedingungen für all jene aufbauen, die sich ihrem Diktat unterwerfen. Ein Jahr im Zeitraffer können wir beobachten, wie dieses Umerziehungs- und Gemeinschaftsbildungsexperiment verläuft, bei dem Versuchsleiter Lars von Trier immer wieder für Überraschungen sorgt. Gruppendynamik und die Spannung zwischen Ideal und Realität steuern die Mechanik des Werks, welches das Risiko eindimensionaler Sichten und Lösungsansätze plastisch illustriert und seine stilistische Nähe zu Brecht nie leugnet.
Dem Risiko aller offensichtlichen Lehrstücke, das Publikum mit einer längst bekannten Botschaft zu langweilen, wird mit Ironie und originellen Wendungen begegnet, womit sich das Stück selbst manchmal nicht ganz ernst nimmt. Die stimmungsvolle Zwischenaktmusik hat es in die Fortsetzung geschafft. Ebenso der Erzähler John Hurt mit seiner idealtypischen Stimme. Trotz der spartanischen Bühne gelingt es dem Ensemble mühelos, uns in diese abgeschiedene Welt zu versetzen, aber auch unsere Augen müssen nicht darben: Selten war ein Sandsturm so zivilisiert-ästhetisch und dennoch so ätzend. [Eduard Ulrich]
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Tuvok: GRACE wird zu den Sklavenhütten begleitet, man hat... |
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Tuvok: Inhalt: So der Film hat wieder einige Kapitel, ... |
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Claudio: Lars von Trier übertrifft sich auf ein Neues in su... |
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Claudio: ... |


