Le temps qui reste
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Filmkritik

Ein Sterbebett am Strand

Nach der Liebe widmet sich François Ozon dem nächsten grossen Thema, über das es sich nachzudenken lohnt - dem Tod. Nüchtern und zärtlich zugleich erzählt er die Geschichte eines todkranken jungen Mannes.

Wie sagt man eigentlich seinen Mitmenschen, dass man bald sterben wird? Am besten gar nicht. So entscheidet zumindest Romain (Melvil Poupaud) in «Le temps qui reste». Der 31 jährige Modefotograf steht im Begriff, die nächste Karrierestufe zu erklimmen, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er schwer krank ist. Wegen eines Tumors bleiben ihm nur noch wenige Wochen zu leben. Der Schock sitzt tief. Gegen alle Erwartungen trifft Romain eine mutige Entscheidung - anstatt sein Heil in einer Therapie zu suchen, deren Genesungschancen gleich null sind, konzentriert er sich auf die Zeit, die ihm noch bleibt. Diese verbringt er vor allem damit, sich abzuschotten und sich bei seiner Familie unbeliebt zu machen. Doch gerade durch das Abgrenzen gewinnt Romain binnen kurzem nicht nur ein anderes Verhältnis zu seiner Arbeit, sondern auch zu den Menschen, die er liebt.

So entschliesst er sich, ein letztes Mal zu seiner Grossmutter aufs Land zu fahren, die von der wunderbaren Jeanne Moreau gespielt wird. Dort wird er ihr als einziger von seinem bevorstehenden Tod erzählen. Sie versucht ihm Trost zu spenden, versteht aber nicht, warum er ausgerecht sie in sein Geheimnis einweiht. Die Antwort klingt pragmatisch: «Weil du so wie ich bist - du stirbst auch bald.»

Die Abschiedszene von der Grossmutter gehört damit auch zu den sentimentalsten Szenen, die sich der Regisseur erlaubt. Ansonsten bleibt Ozons Sprache im Umgang mit dem Thema Tod nüchternen und kühl. Doch gerade in dieser Nüchternheit der Bilder, die übrigens vollständig im Cinemascope-Format gedreht wurden, wirkt die emotionale Reise Romains, der sich aus seiner «Je-m'en-fou-de-tout»-Attitüde löst und sich mit dem Gedanken an seinen bevorstehenden Tod aussöhnt, erstaunlich ehrlich und berührend. - Auch wenn der zweite Teil des Filmes zeitweise droht in Allgemeinplätze abzurutschen (Romain will sich vor dem Tod in einem Kind verewigen, indem er einem kinderlosen Paar seinen Samen spendet), schafft der Regisseur doch ein seltenes und sehenswertes männliches Melodram. Auch dieses Werk kommt wie so oft bei Ozon nicht ohne den wieder kehrenden Schauplatz Strand aus - diesmal dient der warme Sand allerdings als Sterbebett.

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3 Kommentare
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Tuvok

Die Schlafgähneritis die bliebt, Teil 1 der Filmkritik. Die Handlung vom Film: ROMAIN ist schwul, jung und hat Krebs, er weiß das er nicht lange leben wird. Seine Behandlung mit Chemo spricht nicht...
mehr
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Corinne

unbeschreiblich schön. le temps qui reste ist mal wieder ein typischer ozon film. ruhig, unglaublich schöne musik, tragische geschichte und einfach absolut sensationell! Ich kann nur sagen: Es loh...
mehr
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Tamara

le temps qui rest. SUPER FILM!!!!!! es lohnt sich wirklich, ihn anzuschaun... vorsicht auf die auswirkungen...!!!

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