Two Brothers - Filmkritik
| Aka Titel: | Zwei Brüder |
| Land (Jahr): | Frankreich (2004) |
| Genre: | Adventure |
| Filmlänge: | 105min |
| Regie: | Jean-Jacques Annaud |
| Kinostart: | 16.09.2004 |
| 07.04.2004 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Jean-Jacques Annaud |
Im Reich der wilden Kuscheltiere
Fünfzehn Jahre nach «Der Bär» gibt Jean-Jacques Annaud zwei Tigern die Hauptrolle in einem Realfilm. In der Hauptnebenrolle Guy Pearce als Abenteurer und Grosswildjäger. Seinetwegen wird allerdings kaum jemand in diesen Film gehen, weder die Kinder noch ihre Eltern.
Sondern eben wegen der zwei Brüder. Zuerst glaubt man einen Moment lang, die beiden unterhielten ein homosexuelles Verhältnis. Aber wer sich da in kambodschanischen Tempelruinen ein romantisches Schäferstündchen gönnt, sind nicht die beiden Titelhelden, sondern Mama und Papa beim Fortpflanzen. Nachdem der Nachwuchs dann 20 Filmminuten lang putzig herumgespielt hat, kommen böse Menschen in den Dschungel und Schluss ist mit Idylle. Die Brüder werden getrennt, einer wird Zirkustiger, der andere Haustier bei einem feisten Dschungelfürsten. Überhebliche Kolonialisten und geldgierige Eingeborene setzen beiden gehörig zu. Viel später zu einem Gladiatorenkampf gezwungen, erkennen sie sich als Brüder wieder und nehmen gemeinsam Reissaus, zurück zu Mutter Natur.
Die darstellerische Leistung der echten Raubkatzen ist ganz beachtlich, auch wenn sie natürlich nicht in der selben Liga spielen wie die «Lion King» und «Nemo» dieser Erde. Annaud stattet seine Tiere mit der ganzen Bandbreite menschlicher Emotionen und Handlungsmuster aus, der ihre mimischen und gestischen Ausdrucksmöglichkeiten nicht gerecht werden können. Was bei den gezeichneten und animierten Kollegen - die ja meist auch sprechen, tanzen und Pingpong spielen können - ganz natürlich kommt, wirkt mit Realtigern aufgesetzt und läppisch.
Trotzdem hebt der wohlmeinende Teil der Filmkritiker gerade hervor, wie toll Annaud einmal mehr seine Tiere dirigiert. Damit holt der sich seinen Applaus genau mit dem, was sein Film vordergründig denunziert: Der böse Zirkusdompteur und der fette Lokalfürst entsprechen auf der anderen Seite der Kamera dem Tiertrainer und dem Drehbuchautor: Letzterer domestiziert die Tiger, indem er sie bis zum Umfallen vermenschlicht. Und was liefert der Tiertrainer im Auftrag des Regisseurs anderes als eine Dressurnummer, wenn er die Raubtiere von hier nach dort, rauf und runter, in einen Wurst-Wagen und durch eine Feuerwand hüpfen lässt? Der brutale Filmdompteur lässt seinem Tiger immerhin das bisschen Wildheit, das ihn gefährlich aussehen lassen soll. Annaud hingegen zeigt seine Hauptdarsteller nie beim Geschäft des Tötens.
Während die anthropomorphen Tiere von Disney und Pixar ja immer Helden aus dem Genre der Fabel bleiben, also Menschen in Tiergestalt, gibt sich Annaud einer hemmungslosen Natur-Romantisierung hin, in deren Sicht die Tiere die besseren Menschen werden. Der Kitsch kommt natürlich dem Geschmack der Kinder entgegen. Deren Freude muss dem erwachsenen Begleitpersonal - andere Motive sind ausgeschlossen, wer Tierfilme sehen will, schaut BBC - über eine schwach erzählte Geschichte hinweghelfen. [Martin Glauser]
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Tuvok: Also alles in allem, bin ich nicht nur froh das in... |
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Eveline: Ich habe die Premiere dieses supertollen Films im... |
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Roberto: liebe redaktion, wer lässt bei euch eigentlich bem... |


