Somersault
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Filmkritik

Selbstfindung eines Teenagers

Heidi ist «sweet sixteen» und aufmüpfig. Sie nimmt sich, was sie kriegen kann, verwechselt dabei aber Sex mit Liebe. Das australische Teenagerdrama erweist sich als raue Schleuderfahrt durch die Welt der Gefühle und wird zur Reife-Reise.

Heide ist neugierig, begierig und triebhaft. Das «Flittchen» verführt den Liebhaber ihrer Mutter, die sie so zutiefst verletzt. Die 16jährige Göre haut ab und kostet ihre Freiheit hemmungslos aus. Sie landet in einem Wintersportort in den Snowy Mountains. Sie findet in der Motelbesitzerin Irene (Lynette Curran) eine verständige Herbergsmutter und Hilfe, und in dem Landmann Joe (Sam Worthington - sicher eine Entdeckung) einen willigen Lover. Er geht mit ihr zwar ins Bett, hält sich aber bedeckt, während Heidi sich in ihn verliebt hat. Joe ist nicht bereit zur Liebe. Aus Angst vor der Öffentlichkeit und gesellschaftlichen Folgen geht er auf Distanz und überlässt Heidi sich selbst. Das Mädchen fühlt sich verraten, stürzt ab, gibt sich anderen Männern hin - und verletzt Joe.

Cate Shortland (Buch, Regie) eroberte Australien mit ihrem Spielfilmdebüt im Nu. Sie gewann 2004 alle 13 Australian Film Awards. Seite 1996 hatte sie an dem Buch zu «Somersault» gearbeitet: Ein junges Mädchen geht an seine Grenzen, um Liebe und Werte des Lebens zu entdecken und um sich zu finden. Es verletzt andere - die Mutter, ihren Geliebten und nicht zuletzt sich selbst.

Es sei ein Film um Vergebung, meint Produzent Anthony Anderson: «Heidi muss an einen Punkt gelangen, an dem sie sich selbst verzeiht, bevor sie den nächsten Schritt gehen und sich weiterentwickeln kann. Schuld, Angst und gleichzeitig Überlebenswille liegen ihrem Verhalten zugrunde.» Die junge orientierungslose Heldin pendelt zwischen Hoffnung und Befriedigung, Furcht und Verlangen, Sehnsucht, Sex und emotionaler Nähe. Die Begegnungen mit Irene, die selber eine Sohn hat, der üble Taten verantworten muss, und Joe, dem Mann, dem es schwer fällt, zu seinen Gefühlen zu stehen, sind wichtige Kreuzungen auf Heidis Weg zur Reife, zum Erwachsenwerden, zur Verantwortung, Verbundenheit und Liebe.

In einer rauen Berglandschaft, einem eher unbekannten Teil Australiens, hat Filmautorin Cate Shortland ihren Film angesiedelt. Mit Einfühlungsvermögen und Ehrlichkeit beschreibt sie die Suche eines Teenagers. Abbie Cirnish verkörpert Heidi, sie zeigt wunderbar die Zerbrechlichkeit und Zähigkeit des Teenagers, der Purzelbäume (Englisch: somersault oder summersault) schlägt, um sich zu finden, ihren Platz, ihren Weg, Lebenssinn und Liebe. Ungeschminkt, packend, sehr sinnlich und authentisch.

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4 Kommentare
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Andy wunderschöner film. wieder einmal traumhafter film aus australien! ganz tolle darsteller!
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Hannes

ruhiger Film, geniale Hauptdarstellerin
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Hanspeter Beeindruckender Film. Mit den einfachen Dialogen hat mich dieser Streifen voll überzeugt. Ein spannendes Portrait mitten ins Erwachsenenleben hinein. Besser kann man dieses Thema kaum zeigen. Gratulat...
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Thomas

movie charts 10. 3. 2005. Wieso ist dieser Film nicht inden Charts der Woche aufgeführt? Mit dem Publikumsdurchschnitt von 4. 67 ist dieser Film auf Platz 1!

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