Auf seiner Fahrt durch West Virginia gerät Chris (Desmond Harrington) in einen Stau. Da er unterwegs zu einem wichtigen Termin ist, entschliesst er sich, eine Nebenstrasse zu befahren. Dort wird er kurz abgelenkt und kracht mit seinem Auto in einen Geländewagen. Durch den Unfall lernt er die jungen Urlauber Jessie (Eliza Dushku), Carly (Emmanuelle Chriqui), Scott (Jeremy Sisto), Francine und Evan kennen. Diese haben sich auf dem Weg zum gemütlichen Camping-Weekend verfahren. Beide Wagen sind ausser Gefecht, Chris, Jessie, Carly und Scott machen sich zu Fuss auf den Weg, um Hilfe zu finden.
Nach einer Weile kommen sie zu einem alten Haus, wo das Quartett auf ein Telefon hofft. Stattdessen stossen sie auf unzählige gestohlene Gegenstände und schliesslich auf Leichenteile und im Kühlschrank frisch gehaltene menschliche Organe. Doch für eine Flucht ist es zu spät: Die Hausbesitzer, durch Inzest über Generationen hinweg zu degenerierten Kannibalen verkommen, kehren in ihrem Abschleppwagen zurück. Am Haken die beiden Autos der jungen Leute, im Gepäck ihre jüngsten Opfer Francine und Evan. Den vier Städtern gelingt es im letzten Moment, sich zu verstecken, aber sie müssen mit ansehen, wie Francine ein Bein abgesägt wird. Ihnen gelingt zwar die Flucht, als die drei Kannibalen (Julian Richings, Garry Robbins, Ted Clark) ein Nickerchen machen, doch diese sind ihnen alsbald gnadenlos auf den Fersen.
Die Story von «Wrong Turn» ist sicherlich nicht besonders originell. Degenerierte Hinterwäldler, die auf zivilisierte Städter losgehen, gab es vor allem in den Siebzigerjahren viele. Den Anfang machte 1971 «Deliverance» mit Burt Reynolds, ein Streifen, der inzwischen zurecht als Klassiker gilt. Der zweite Film von Rob Schmidt orientiert sich aber in erster Linie an einem der grössten Klassiker des modernen Horrors: Tobe Hoopers genialem «The Texas Chainsaw Massacre» von 1974. Die zweitwichtigste Inspirationsquelle ist Wes Cravens «The Hills Have Eyes» von 1977. Wer diese zwei Streifen kennt und liebt, sollte sich «Wrong Turn» keinesfalls entgehen lassen, ist er doch eine wundervolle Hommage an diese Klassiker.
Deshalb seien an dieser Stelle zart besaitete Gemüter gewarnt: Die Darstellung der Gewalt ist oft nicht gerade zimperlich. Dennoch kann man «Wrong Turn» nicht nur Horrorfans wärmstens empfehlen: Der Streifen bleibt immer spannend, meistens recht unheimlich und bietet den obligatorischen Schlusstwist, der eine Fortsetzung möglich hält.
Zum Schluss noch einige Infos zur Besetzung: Protagonist Desmond Harrington scheint sich im Horrorgenre wohl zu fühlen: Kürzlich war er im unterschätzten «Ghost Ship» zu sehen, und im schrägen Horror-Liebesfilm «Love Object» bekleidet er ebenfalls die Hauptrolle. Jeremy Sisto kann man in diesem Jahr auch noch in einem sehenswerten anderen Horrorfilm sehen: «May» ist bei uns kürzlich als DVD-Premiere erschienen. Und Eliza Dushku dürfte dem Publikum der Vampirserien «Buffy» und «Angel» bestens bekannt sein.