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Touching the Void - Filmkritik

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Aka Titel:Sturz ins Leere
Land (Jahr): Grossbritannien (2003)
Genre:Documentary, Drama, Sport
Regie:Kevin Macdonald
Kinostart:22.04.2004
 11.02.2004 (Romandie)
Drehbuch:Joe Simpson
Kamera:Mike Eley

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Überleben am Abgrund

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Wer an Höhenangst leidet, sollte sich zweimal überlegen, ob er diesen Film sehen will: Das atemberaubende Bergsteigerdokudrama «Touching the Void» ist garantiert nicht schwindelfrei.

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Eine aussichtslose Situation: Der Bergsteiger Simon Yates (Nicholas Aaron) hängt mit einem gebrochenen Bein über dem Abgrund und zieht seinen Kollegen Joe Simpson (Brendan Mackey) langsam dem Verderben entgegen. Simpson weiss: Wenn er nicht bald das Seil kappt und Yates dem freien Fall preisgibt, sind beide dran. Und so greift Simpson zum Messer.

Was hätten Sie getan, völlig entkräftet, 6000 Meter über dem Meer, bei eisigen Temperaturen, mitten in der pechschwarzen Nacht? Yates fällt in eine Gletscherspalte, überlebt den Sturz aus vierzig Metern und kann sich schliesslich auf wundersame Weise ins Basislager retten. Dies ist keine Alpinisten-Mär: Vor 19 Jahren haben sich diese Ereignisse in den peruanischen Anden zugetragen. Zuvor hatten Yates und Simpson als Erste den Gipfel des Siula Grande erklommen.

Mit «Touching the Void» hat der Filmer Kevin MacDonald einem beispiellosen Überlebenskampf ein Denkmal gesetzt. In den französischen Alpen und am Originalschauplatz gedreht, lässt der Oscar-gekrönte Brite («One Day in September») das Berg-Drama in mal lyrischen, mal actionlastigen Szenen wieder aufleben. Den Spielfilm-Sequenzen stellt er die echten Yates und Simpson gegenüber, die unverblümt und mit reichlich Galgenhumor von der Höllenfahrt berichten. Aussagen von Richard Hawking, der als Dritter im Bunde das Basiscamp hütete, komplettieren das Material.

Oh ja, man leidet mit. Dehydriert, halb erfroren und am Rand des Wahnsinns robbt und hüpft sich Yates zur Basisstation. Sein Wille versetzt buchstäblich Berge, gleichzeitig scheint Yates in seiner Agonie mit dem Siula Grande, diesem umbarmherzigen Riesen, zu verschmelzen.

Diese Via Dolorosa geht unter die Haut und strapaziert auch ein wenig die Nerven. Schon fast erlösend ist ein tragikomisches Highlight zum Schluss hin: Da wird der delirierende Yates von einem Boney M.-Song terrorisiert. Bösartigerweise hat sich die Hitband in seinen Gehirnwindungen eingenistet. Und foltert dort den Ärmsten mit dem gleichen Lied, unaufhörlich, stundenlang. [Björn Schäffner]

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