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Herr Lehmann - Filmkritik

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Kneipentour durch Kreuzberg

40

Am Vorabend des Mauerfalls schlägt sich in Berlin eine Gruppe schräger Lebenskünstler mit Bier und coolen Sprüchen durch die Nacht und allgemein durchs Leben. Die Hauptrolle spielt Ex-MTV Talkmaster Christian Ulmen («Unter Ulmen»).

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Frank Lehmann (Christian Ulmen), den seine Freunde nur Herr Lehmann nennen, ist Ende zwanzig und mit seinem Leben eigentlich ganz zufrieden. Er jobbt in einer Kneipe, die sich «Einfall» nennt und deren Betriebsschluss sich meist dadurch ankündigt, dass sich die Stammklientel mit einer Massenschlägerei auf der Strasse voneinander verabschiedet. Nur manchmal beginnt die Rauferei bereits in der Kneipe drin, doch auch das bringt Besitzer Erwin (Hartmut Lange) nicht wirklich aus der Ruhe.

Herr Lehmanns bester Freund Karl (Detlev Buck) ist ebenfalls Kellner und arbeitet in der «Markthalle». Die beiden verbindet die Liebe zum Bier und die Fähigkeit, stundenlang belanglose Konversationen zu führen. Zusammen beherrschen sie meisterhaft die Kunst des Stillstehens.

Herr Lehmanns Welt fällt aus der Balance, als er sich Hals über Kopf in die schöne Köchin Katrin (Katja Danowski) verliebt. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie keine Mahlzeiten zwischendurch serviert und grundsätzlich anderer Meinung ist als alle anderen. Doch Herr Lehmann lässt nicht locker und sieht sich eigentlich schon am Ziel, als Katrin verkündet, dass sie ihn zwar liebe, jedoch nicht in ihn verliebt sei.

Herr Lehmann basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sven Regener, seinerseits Sänger und Texter der Band «Element of Crime». Wie schon für seinen Erstling «Sonnenallee» arbeitete Regisseur Leander Haussmann auch im vorliegenden Film mit dem Produzententeam Claus Boje und Detlev Buck zusammen. Und eigentlich scheinen alle Elemente für einen erfolgreichen Film gegeben: Ein Held wider Willen, schräge, aber sympathische Nebenfiguren, ein stimmungsvoller Mikrokosmos irgendwo im Berliner Aussteigerviertel Kreuzberg.

Doch schon in der Eingangssequenz kommen erste Zweifel auf. Haussmann, der regelmässig auch Theaterstücke inszeniert, fehlt das nötige Feingefühl für seine Figuren, die nie mehr sind als Karikaturen. Trotz einiger gelungener Ideen geht dem Film leider das Timing ab, und witzige Einfälle verkommen zu Redenummern, die nicht enden wollen. Dabei trägt vor allem Buck regelmässig zu dick auf. Alles klingt immer unglaublich cool, fühlt sich aber an wie eine Sitcom, deren eingespielte Lacher man irgendwie vermisst.

Dass die Handlung in den 80er Jahren spielt, wird zwar der Romanvorlage gerecht, sieht man dem Film aber kaum an. Abgesehen von Hinweisen auf die noch existierende DDR fehlen entsprechende Ausstattung und Referenzen. Man wird das Gefühl nicht los, eine Hand voll erwachsener Männer hat sich vorgenommen, während der zweimonatigen Dreharbeiten wieder mal kleine Jungs zu sein und dabei aus dem Vollen zu schöpfen. [Remo Bräuchi]

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m&m's Ursula: leider nicht witzig. ...
m&m's Hunziker: Es macht wenig Sinn, denn Film in seine Einzelteil...
m&m's Tobias: unbedingt einen Kasten Bier mitnehmen!...
m&m's Stefanie: ig ha ja scho immer gwüsst das dütschland tolli fi...
m&m's Benjamin: Die offizielle Cineman-Filmkritik trifft hier ins ...