Freddy Vs. Jason - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2003) |
| Genre: | Action, Horror |
| Filmlänge: | 97min |
| Regie: | Ronny Yu |
| Kinostart: | 30.10.2003 |
| 29.10.2003 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Wes Craven |
Das Monsterteam aus der Hölle
Das Warten hat ein Ende: Nach zehn Jahren Entwicklungszeit liefern sich die beliebten Serienschlitzer Freddy Krueger («A Nightmare on Elm Street») und Jason Voorhees («Friday the 13th») endlich das blutigste Duell des amerikanischen Kinos.
Freddy Krueger (Robert Englund) fristet ein gelangweiltes Dasein in der Hölle. Die Bewohner der Elm Street haben ihn vergessen - viele davon dank eines Medikaments, das Träume verhindert - und können ihn daher im Schlaf nicht mehr fürchten. Doch der fiese Killer hat eine Idee, wie er die Leute an sich erinnern kann: indem er den maskierten Serienmörder Jason Voorhees (Ken Kirzinger), der ebenfalls in der Hölle herumlungert, in sein altes Wirkungsgebiet schickt, um die dortigen Teenies zu metzeln.
Freddy erscheint Jason flugs in der Gestalt von Jasons Mutter, die schon immer einen grossen Einfluss auf den Schlitzer mit der Hockeymaske hatte. Jason, der die Welt jederzeit in Angst und Schrecken versetzen kann, besucht also die Elm Street und begeht gleich mal einen besonders grausamen Mord. Tatsächlich dauert es danach nicht lange, und die Menschen erinnern sich wieder an Freddy. Doch der kann sich nicht wirklich darüber freuen, denn Jason ist äusserst pragmatisch und mordet die Teens so schnell, dass für Freddy bald niemand mehr übrigzubleiben droht. Also entschliesst sich Freddy, Jason aus dem Weg zu räumen. Doch das erweist sich erwartungsgemäss als ein Ding der Unmöglichkeit.
Nach zehn Jahren ist es also soweit: Mit Freddy Krueger aus der siebenteiligen «A Nightmare on Elm Street»-Serie, gestartet 1984 von Wes Craven, und Jason Voorhees, seit 1980 Star in den zehn «Friday the 13th»-Filmen, treffen die beiden erfolgreichsten und auch populärsten Killer des Horrorfilms aufeinander. Seit dem Ende der neunten «Friday»-Schlachtplatte von 1993, «Jason Goes to Hell», befand sich das Rendezvous der blutigen Art bei der Produktionsfirma New Line Pictures in Planung. Doch die Verantwortlichen drückten sich lange vor einer Finanzierung des Projekts. Zwei Gründe waren dafür verantwortlich: Erstens lieferten die zahlreichen beauftragten Drehbuchautoren keine Story, welche die Produzenten überzeugte, und zweitens befand sich New Line finanziell in der Klemme (der Erfolg von Peter Jacksons «Lord of the Rings» rettete schliesslich das Unternehmen).
Erst als es finanziell wieder besser lief und 2001 «Jason X» der zehnte Teil von «Friday the 13th», finanziell akzeptabel abschnitt, gaben die Bosse grünes Licht. Und das von Ronny Yu («Bride of Chucky») inszenierte Duell der Meistermörder lief in den Staaten derart erfolgreich, dass nun auch Schweizer Kinogänger Freddy und Jason wieder mal auf der grossen Leinwand wüten sehen können.
Man kann den Streifen eigentlich nur als gelungen bezeichnen. Die Fans der beiden Filmserien kommen voll auf ihre Kosten, aber auch ein Publikum, das von den zwei Superkillern keine Ahnung hat, dürfte sich bei diesem action- und temporeichen Schocker gut unterhalten. Beim Duell der beiden Bösewichte fliegen die Fetzen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Wer glaubt, mit «Kill Bill Volume 1» den blutigsten Film des Jahres schon gesehen zu haben, soll sich «Freddy vs. Jason» zu Gemüte führen. In den USA gilt Letzterer unter Filmkritikern bereits als das blutigste R-Rating (entspricht in etwa unserer Freigabe ab 16) aller Zeiten. Eine Fortsetzung des Killer-Kampfes ist derweil schon in Planung. Bei «Freddy vs. Jason vs. Ash» soll dann noch der Antiheld der «Evil Dead»-Trilogie gegen die beiden Killer antreten. Ob dieses Sequel aber wirklich umgesetzt wird, steht noch nicht definitiv fest. Nachzügler des bizarren Duells gibts trotzdem: Im November 2004 startet «Alien vs. Predator» in den US-Kinos, und die Produktionsfirma Dimension Films plant ernsthaft die Kombination «Halloween vs. Hellraiser». [Patrick Schneller]
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