Login anzeigen

Das meinen die User

m&m's

3.55 m&m's | 55 User

Alle Kommentare (10) m&m's Movie Charts

Treasure Planet - Filmkritik

Auf Watchlist setzen
Aka Titel:Der Schatzplanet
Land (Jahr): USA (2002)
Genre:Animation, Sci-Fi
Regie:Ron Clements
 John Musker
Kinostart:05.12.2002
 20.11.2002 (Romandie)
 13.12.2002 (Tessin)

mehr +

Jetzt DVD bestellen
 

Treasure Planet

30

Captain Flint war der grösste und schrecklichste Pirat aller Zeiten. Keine Fregatte war sicher vor ihm und seiner Horde. Kein Schatz, den er sich nicht unter den Nagel riss. Und irgendwo im hintersten Winkel des Universums versteckte er die Beute aus tausend Welten. Den Weg dorthin hat bisher noch niemand gefunden, doch würde ihn Gold und Silber ohne Ende erwarten. Dort, im geheimen Versteck von Flint, auf Treasure Planet.

Bildgalerie

Immer und immer wieder wollte der kleine Jim Hawkins diese Legende von seiner Mutter erzählt bekommen. Auch mit fünfzehn glaubt er noch immer an die Echtheit der Geschichte und träumt davon, als erster Treasure Planet zu finden. Als eines Tages ein Fremder, von Cyborgs gejagt, vor der Taverne «Benbow Inn» notlandet und ihm in den letzten Atemzügen eine goldene Kugel überreicht, rückt Jims Traum ein gutes Stück näher. Denn die Kugel birgt das Geheimnis von Flint, die Schatzkarte von Treasure Planet. Doch für eine derartige Expedition braucht man ein Raumschiff und Geld.

Zumindest letzteres hat Dr. Doppler, ein etwas tapsiger Astrophysiker und Stammgast im «Benbow Inn», zur Genüge. Ausserdem besitzt er die Überzeugungskraft, Jims Mutter zu bewegen, ihrem Sohn ein solches Abenteuer zu erlauben. So chartern die beiden Abenteurer die «Legacy», eine stolze Raumfregatte und das Reich von Captain Amelia (im Englischen gesprochen von Emma Thompson). Diese entpuppt sich als Frau mit Idealen und straffer Führung. Vorerst wird also nichts aus der ersehnten Freiheit für Jim. Statt im «Benbow Inn» muss er jetzt auf der «Legacy» den Küchenboden schrubben. Zudem erkennt Jim schnell, dass eine Reise durchs Weltall nicht nur die erhofften Abenteuer, sondern auch zahlreiche Gefahren birgt.

Auch die Mannschaft hat ihre Eigenheiten. So ist der Koch John Silver mal bärbeissig, dann aber wieder liebevoll und Jim ein guter Freund. Sein wahres Gesicht ist nur schwer zu erahnen. Zumal er halb Mensch und halb Cyborg ist. Zum Glück begegnet Jim aber auch so liebenswerten Geschöpfen wie Morph, einer Mischung aus verspieltem Hündchen und Lavalampe, und B.E.N. (Martin Short), einem einsamen Roboter, der offensichtlich einige Schrauben locker hat.

«Treasure Planet» basiert auf dem 1883 erschienenen Roman «Treasure Island» von Robert Louis Stevenson. Kreuzten damals die Fregatten noch auf den sieben Weltmeeren, so segeln sie jetzt durchs Weltall, ohne aber ihre traditionelle Form verloren zu haben. Die Segel werden durch Solarwinde aufgeblasen, und ein künstliches Gravitationsfeld verhindert, dass man die Planken unter den Füssen verliert. Eine altbewährte Piratengeschichte also, aber in die heutige Science-Fiction-Kultur transferiert. Die «Legacy» besitzt dabei viel mehr Charme als uns sonst vertraute, sterile Raumschiffe.

Nach «Arielle», «Aladdin» und «Hercules» ist «Treasure Planet» ein weiteres Werk des erfolgreichen Duos John Musker und Ron Clements, die Regisseur, Autor und Produzent in Personalunion sind. Bis zu 350 Animatoren waren während viereinhalb Jahren mit diesem Film beschäftigt. Und mit jedem neuen Disney-Film rückt auch die neuste Animationstechnik in den Fokus des Interesses. Diese hat sich auch jetzt wieder weiter entwickelt und eine beeindruckend harmonische Verschmelzung von Handzeichnung und Computeranimation ermöglicht. Die Hintergründe sind computergenerierte 3D-Sets, welche jede beliebige Kamera-Einstellung und «Alongside-Rushings», also zum Beispiel das Mitfahren der Kamera mit Jims Solarsurfer erlauben. Dagegen sind alle Charaktere, ausser dem Roboter B.E.N., handgezeichnet. Und Silver symbolisiert auf beste Weise die Verschmelzung der Techniken, da er gleichermassen von Hand wie vom Computer erschaffen wurde.

«Treasure Planet» ist eine klassische Piratengeschichte, eine klassische Schatzsuch-Geschichte und ebenso eine klassische «Junge wird zum Mann» Geschichte. Der Film spricht alle Gefühle an, ist mal lustig und mal traurig. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und besitzen viel Tiefe. Auf Musical-Einlagen wurde beinahe komplett verzichtet, worüber man sicher geteilter Meinung sein kann. Auf alle Fälle besteht aber die Gefahr nicht, dass die Handlung störend unterbrochen wird. «Treasure Planet» ist gewiss ein sehr unterhaltsamer Film und auch für Kinder gut verständlich. Doch man kann den Schöpfern von Disney vorwerfen, etwas zu vorsichtig gewesen zu sein. Mehr kreativer Mut und Individualität hätten dem Film gut getan. Somit bleibt der Film ein recht guter Disneystreifen, doch ohne Aussichten, zum Klassiker zu werden.

[Severin Müri]

weitersagen

m&m's Ladina: Ich bin eigentlich aus dem Trickfilmalter raus abe...
m&m's Tuvok: Eigentlich gehen Erwachsene ins Kino sich einen Ze...
m&m's Tuvok: Diese ist unter der Führung von Captain AMELIA, ei...
m&m's Tuvok: Der Schatzplanet Auf der ganzen weiten Welt d...
m&m's Heinz Peter: Wirklich gut....