Fünf Jahre ist es her, seit uns Will Smith und Tommy Lee Jones weismachen wollten, dass die ganze Welt von Ausserirdischen verseucht ist und nur die Men In Black uns Unwissende vor Überfremdung und Weltherrschaftsgelüsten anderer Rassen schützen könnten. Als Einwanderungsbehörde, Polizei und Geheimdienst in Personalunion stellten die Agenten mit den eleganten Anzügen Besuchern aus dem Weltall Visa aus, teilten ihnen Ausgangsrayons zu und zückten bei Verstössen gegen die Auflagen grosse glänzende Knarren.
587 Millionen spielte die Safari im Alienzoo ein, das Sequel war also beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche. Immerhin haben sich die Produzenten genügend Zeit und Mühe genommen, an der Fortsetzung zu feilen, statt nur einen schnellen Abklatsch hinzuschludern. Die Bemühungen sind vor allem in digitale Effekte, pointenreiche Dialoge und ein Arsenal neuer Kreaturen geflossen. Es sind die kleinen Zwischenhochs, die «MIIB» zum Genuss machen, denn der grosse Bogen der Geschichte liest sich wie gehabt: Grosses böses Alien kommt auf die Erde und droht mit Zerstörung - Men In Black müssen grosse glänzende Knarren zücken und solches verhindern.
Das Problem ist, dass Agent J (Will Smith) der Einzige ist, der noch Knarren zücken kann. Alle seine Arbeitsgenossen sind von einem Tentakelwesen namens Serleena in der MIB-Zentrale als Geiseln genommen worden. Grund für den Terror ist das ominöse «Licht von Zartha», das ein MIB-Agent vor Jahren versteckt haben soll. In J keimt der Verdacht, dass sein ehemaliger Partner K (Tommy Lee Jones) für diese Aktion zuständig war. Dummerweise hat J selbst K’s Gedächtnis gelöscht, weshalb dieser jetzt in kurzen Hosen hinter dem Postschalter von Truro, Massachusetts, steht, einem Kaff am Hinterteil der Welt.
Im Rollentausch zum ersten Teil darf jetzt Will Smith den abgebrühten Agenten geben, der den Paragraphen reitenden Pöstler Jones in die faszinierende Welt der Alienbekämpfung einweiht. Und sein alter Kriegsgefährte kommt ihm gerade recht, denn neue Partner sind schwer zu finden, und Agent J hat schon Dutzenden von Kandidaten das Gedächtnis gelöscht. K, trocken wie ein Zwieback in der Wüste, kann sich zu Beginn wenig für das Kammerjägerdasein erwärmen, mit zunehmender Rückkehr des Gedächtnisses zeigt er aber J, dass er noch einige Geheimnisse auf Lager hat.
Vieles ist in «MIIB» beim Alten geblieben, zweifellos. Das Erfolgsrezept ist möglichst vollständig geplündert worden und Deja-Vu-Erlebnisse lassen sich nicht verleugnen. Trotzdem ist es den Machern gelungen, den Spassfaktor des ersten Teils ins Sequel hinüberzuretten. Auch wenn das Überraschungsmoment des Neuen wegfällt: Durch ein Feuerwerk frischer witziger Einfälle und das stimmige Zusammenspiel von Mr. Jones und Mr. Smith kommt die Fortsetzung stellenweise sogar noch spritziger daher als das Original.