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Irréversible

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 Filmkritik
«Irréversible»: Bewertung der Redaktion
Warum schön?

Der Skandalfilm von Cannes 2002 mit Monica Bellucci hat seinen Weg in die Kinos gefunden. Selten ist von der Vergänglichkeit des Glücks so ergreifend erzählt worden. Abstossend ist eigentlich nur die Wahl einer optisch gefälligen und gleichzeitig schauspielerisch so unvermögenden weiblichen Besetzung.

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Man hat es in der Berichterstattung aus Cannes überall lesen können. Im Zentrum von «Irréversible» steht eine brutale Vergewaltigungsszene: Neun Minuten Tableaueinstellung, ungeschnitten - damit die Greueltat fassbar werde, so Regisseur Gaspar Noé. In der optischen Aufmachung ist die Schlüsselszene seines Film aber weit von einem strikt dokumentarischen Anspruch entfernt.

Monica Bellucci und Vincent Cassel - auch privat miteinander liiert - spielen ein Paar, dessen Liebes- und Lebensglück durch dieses Ereignis unwiderruflich zerstört wird. Ihre Geschichte wird rückwärts erzählt und beginnt mit dem brutalen Racheakt ihres Liebhabers und ihres Ex-Freundes, die ein Blutbad in einem Pariser Gay Club anrichten und den vermeintlichen Täter bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln.

Filmtechnisch ist dieses emotionale Delirium kompromisslos in handgehaltene Kamera übersetzt. Unterschiedliche Lichtverhältnisse zerstückeln die nächtliche Hetzjagd auf den Schänder stroboskopartig. Realzeit wird unfassbar. Eine animalische Wahrnehmung hat die menschliche verdrängt. Auf der Tonspur hämmern die düsteren Beats von Thomas Bangalter (die eine Hälfte der französischen Duos Daft Punk).

Ein Stunde Filmzeit später und wenige Stunden vor der Vergewaltigung tummelt sich das glückliche Liebespaar in seinemSchlafzimmer - ein Augenblickder Erfüllung und des Glücks.

Die Geschichte, die Gaspar Noé allein durch jene beiden Extremmomente vermittelt, ist nicht nur von kaum zu übertreffender emotionaler Kraft, sondern auch von beispielhafter erzähltechnischer Eleganz. Umso tragischer ist es, dass er seinen Film mit einigen Fehlentscheiden in die Schmuddelecke katapultiert hat und «Irréversible» jetzt mit Filmen wie «Baise-moi» in einen Sack gesteckt wird.

Weshalb Regisseur Noé der wunderschönen Schauspielerin Monica Bellucci diese delikate Rolle in einem ohnehin schon heiklen Film anvertraut hat, bleibt schleierhaft. Bellucci ist der Aufgabe vom handwerklichen Können her überhaupt nicht gewachsen - ihre Auftritte grenzen an Peinlichkeit. Gewalt und gefällige Ästhetik vertragen sich unter moralischen Gesichtspunkten in jedem Fall schlecht. [Andrea Bleuler]


 Eure Kommentare

Tuvok: Ein Homosexueller, eine Passage, U Bahnen, in der Nacht, alles is...
Christian: Interessant gedreht, Schauspieler überzeugend

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Originaltitel: Irréversible
Land (Jahr): Frankreich (2002)
Genre: Thriller
Besetzung: Monica Bellucci, Vincent Cassel, Albert Duponte
Regie: Gaspar Noé
Verleih: Frenetic Films
Startdatum: 12.12.2002 (Deutschschweiz)
24.05.2002 (Romandie)



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