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Regisseur Steven Soderbergh weiss massenattraktive Grossproduktionen («Erin Brockovich», «Traffic» und «Ocean's Eleven») ebenso geschickt aufzuziehen wie ungefällige erzählerische Experimente. Ein beachtliches Staraufgebot - Julia Roberts, Catherine Keener und «X-Files»’ David Duchovny – ist für «Full Frontal» der Aufforderung gefolgt, Waghalsigkeit zu beweisen.
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Coleman Hough’s Buch greift für fiktionales Kino absolut unattraktiv anmutende Geschichten auf: Ein Tag im Leben von diversen beängstigend normalen Menschen, der schlecht anfängt und ebenso endet - wäre da nicht die Tatsache, dass die Geschichten auf mehrere Realitätsebenen aufgesplittert sind, indem ein Film im Film im Film gedreht wird und so plötzlich eine magische Anziehungskraft entfalten:
Journalist Carl (David Hyde Pierce) versteht sich schlecht mit seinem Chef und seiner Frau Lee (einer sadistisch veranlagten Personalchefin, gespielt von Catherine Keener) und verliert an jenem Tag seine Stelle. Schauspieler Calvin (Blair Underwood) hat mit der mittelmässigen Schauspielerin Francesca (Julia Roberts), die ihr mangelndes Talent durch Starallüren zu überdecken versucht, einen Drehtag hinter sich zu bringen. Francesca spielt in einer Produktion von Gus (David Duchovny) mit dem Titel «Rendez-vous» die Journalistin Catherine, die den Serienheld Nicolas, der gerade seine ersten Erfolge in Hollywood verbuchen konnte, porträtieren soll. Alle am Film Beteiligten inklusive Carl und Lee treffen sich am Abend zum vierzigsten Geburtstag des Produzenten, eine Veranstaltung, die mit einer kleinen DV-Videokamera festgehalten wird.
In Zeiten, wo nahezu alles möglich ist, liegt die Herausforderung - wie auch in den dänischen Dogma Filmproduktionen - in selbst auferlegter Einschränkung. So wurden die Akteure in dieser Lowbudget-Produktion nicht etwa fürstlich umsorgt, sondern waren für Kostüm, Make-up und Essen selbst verantwortlich.
Was die Schauspieler aus so viel neu errungener Narrenfreiheit gemacht haben, ist an sich weder überwältigend noch enttäuschend, doch keinesfalls ein Showcase für maximale Wandelbarkeit. Julia Roberts scheint willentlich wiederholt ein möglichst ungewinnendes Äusseres gewählt zu haben.
Es ist das Babuschka-artige Konstrukt, das Spiel mit den Erzählebenen, das fasziniert. Dabei reduziert Soderbergh seine Stars raffiniert auf ihre blosse Funktion als Darstellende und stellt die luxuriöse Frage nach dem «wie wird erzählt» ins Zentrum. Auch Inhalt wird dabei zur Nebensache. Oder genauer: Scherze für Filmgeprägte über das Showbusiness, die Filmszene und snobistische Lebenskultur bilden eine zusätzliche Metaebene im Labyrinth von Fiktion und Realität und lassen persönliche Dramen daneben schlussendlich nichtig erscheinen. [Andrea Bleuler]
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Michael:
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