Blood Work - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2002) |
| Genre: | Crime, Drama, Thriller |
| Regie: | Clint Eastwood |
| Kinostart: | 07.11.2002 |
| 06.11.2002 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Michael Connelly |
| Brian Helgeland |
Blutige Herzensangelegenheiten
Der alternde Haudegen Clint Eastwood inszeniert sich selbst als alternden Haudegen im Dienst des FBI. Nach einer Herztransplantation sucht er den Mörder seiner Organspenderin. Daraus ergibt sich ein schnörkelloser, dialoglastiger Serienmörderfilm mit einer recht originellen Geschichte.
Terry McCaleb (Clint Eastwood) ist einer der fähigsten Profiler des FBI, doch das hat ihm noch nicht geholfen, einen Serienmörder zu finden, der von der Presse als «Codekiller» betitelt wird. Dieser spielt mit McCaleb ein persönliches «Fang mich, wenn du kannst»-Spiel und hinterlässt an seinen blutigen Tatorten Zahlenkombinationen und Mitteilungen für McCaleb. Die Zahlenreihen kann zwar kein Codeknacker entschlüsseln, doch weil der Täter an seinen letzten Tatort zurückkehrt, erwischt ihn der FBI-Agent beinahe. Im entscheidenden Moment wird er aber von einer Herzattacke niedergestreckt, der Mörder entkommt verletzt.
Nach einer Herztransplantation setzt sich Terry auf einem Hausboot zur Ruhe, doch zur Ruhe kommt er nicht. Graciella Rivers (Wanda de Jesus) ist überzeugt, dass McCaleb das Herz ihrer Schwester implantiert wurde - und diese wurde ermordet. Also nötigt sie den Frührentner, dieses Verbrechen aufzuklären. Dieser nimmt sich die Angelegenheit zu Herzen, auch wenn er bei der neuerlichen Hetzjagd seine Gesundheit einmal mehr aufs Spiel setzt.
In der Folge spielt der ehemalige Westernheld und Dirty Harry recht amüsant mit seinem Image als unbesiegbares Raubein. McCaleb ist nach seiner Operation kränklich und macht bei körperlicher Anstrengung schnell schlapp, er wird verprügelt und nicht mehr für voll genommen. Natürlich verzieht Eastwood dabei immer noch keine grössere Miene, aber dass er die Rolle seinem Alter entsprechend aufbaut, kommt «Blood Work» durchaus zugute. Immerhin ist Eastwood mittlerweile über siebzig, und als ewig vitaler Actionheld würde er sicher nicht mehr durchgehen.
Für «Blood Work» amtet Eastwood auch zum dreiundzwanzigsten Mal als Regisseur und zum achtzehnten Mal als Produzent. Im wahren Leben scheint er noch kein bisschen müde zu sein. Wie schon bei vorangegangenen Eigenproduktionen wie «Absolute Power» setzt Eastwood mehr auf die Story als auf knallige Action. Im Gegensatz etwa zu «Red Dragon» spielt auch nicht eine ausgefallene Psychopathologie des Verbrechers die Hauptrolle, sondern gutes altes Polizistenhandwerk.
«Blood Work» ist so ein recht konventioneller Detektivfilm geworden, der aber dank einer Story mit einer originellen Wendung eine eigenständige Note erhält. Leider wird diese schon relativ früh preisgegeben, so dass am Schluss nur noch ein 08-15 Showdown und eine an den Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte auf das Publikum wartet.
[Bruno Amstutz]
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