| Ein Homeboy in der Politik |
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Ali G, eine Dumpfbacke mit Kleidern so breit, dass sie die meisten Leute wohl als Zelt gebrauchen würden, dürfte dem gewöhnlichen TV-Nutzer und Kinogänger nur sehr beschränkt ein Begriff sein. Vielleicht kennen ihn einige der MTV- oder VIVA-Generation als Limo-Fahrer aus dem Madonna-Video zu ihrer Hitsingle «Music». Viele mögen sich damals gewundert haben, was dieser lächerliche, goldbehangene Typ für einen komischen englischen Slang vor sich hinbrabbelt. Nach drei erfolgsverwöhnten Jahren auf der Insel stellt sich der Vorstadt-Gangster nun mit seinem Film «Ali G Indahouse» auch einem breiteren Publikum vor.
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Hinter der Figur des Ali G steht Sacha Baron Cohen, ein 32-jähriger Engländer mit einem Cambridge-Abschluss in Geschichte. Vor gut vier Jahren erschien er zum ersten Mal als geistig beschränkter, sexistischer und homophober Homeboy Ali G auf der Mattscheibe. Dieser wurde im Nu weit über seinen Wohnort Staines, einen Vorort von London, bekannt. In der Schweiz kennt man ihn entweder durch seine drei bereits erschienenen Videokassetten mit Zusammenschnitten seiner Shows oder aber aus dem vorab veröffentlichten «Julie»-Musikvideo zum Film, indem er an der Seite von Shaggy (z.T. aus expliziten Körperöffnungen) auftaucht.
Ali G’s TV-Konzept schlug damals auf der Insel ein wie eine Bombe: Als dümmlicher, leidenschaftlich kiffender, sexbesessener Vertreter der Hiphop-Kultur machte sich Cohen in Interviews mit seinen meist renommierten Gästen gleichzeitig über seine beschränkte Figur und seine Gegenüber lustig. So spielte er geschickt mit seinem selbst für Engländer (der etwas älteren Generation) schwer verständlichen Slang und den nichtsahnenden Opfern. Es entstand Situationskomik, gespickt mit zweideutigem Wortwitz. So wurde z.B. ein Ex-General seiner Majestät in ein Gespräch über Schwule («batty boys») in der Armee verwickelt, ohne zu wissen, wovon dieser komisch gekleidete Interviewer eigentlich spricht. Oder Jäger gaben Auskunft über ihr Verhältnis zu den «bitches», in der Annahme die Rede sei von ihren weiblichen Jagdhunden. Genau in solchen Interviews und Begegnungen mit Nichtsahnenden schöpfte die Figur des Ali G ihr Potential voll aus - ein Genuss für jeden Liebhaber des politisch unkorrekten Humors.
Als Film jedoch und mit einer dermassen oberdämlichen «Handlung», in welcher Ali G zum Spielball eines politischen Komplotts wird, geht die Figur mehrheitlich sang- und klanglos unter. Die plumpen Sex- und Schwulenwitze treten zu gehäuft auf, und auch das persiflierte Gangstergehabe läuft sich schnell einmal tot. Da tragen auch so klingende Namen wie Michael Gambon («Gosford Park») als Prime Minister und Charles Dance («Alien3», «Gosford Park») als sein politischer Widersacher nichts zu einer Wiederbelebung bei.
«American Pie»-Erprobte werden dem Streifen trotzdem einige mittelgrosse Lacher oder ein Schmunzeln abgewinnen können. Es ist jedoch ein Spass, der jenen vorenthalten bleibt, welche mehr als einmal ein Englischunterrichtszimmer von innen gesehen haben, denn die deutsche Synchronfassung verpasst zweifelsohne den Wortwitz des englischen Ali G um Längen! [Pascal Lüthi]
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Mirko:
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Kristof:
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Florian:
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Thomas:
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Joel:
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patrick:
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| Originaltitel: |
Ali G Indahouse |
Land (Jahr): |
USA (2002) |
| Genre: |
Komödie / Grossproduktion |
| Besetzung: |
Ali G, Orlando Bloom, Kellie Bright, Charles Dance, Martin Freeman, Michael Gambon, Isabella Pasco, Emilio Rivera, Tony Way, Stewart Wright, Eileen Essel |
| Regie: |
Mark Mylod |
| Drehbuch: |
Sacha Baron Cohen, Dan Mazer |
| Verleih: |
UIP |
| Startdatum: |
05.09.2002 (Deutschschweiz) |
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