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From Hell

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 Filmkritik
«From Hell»: Bewertung der Redaktion
Jack The Ripper, Superstar

«From Hell», der vermutlich 5000ste Film über den berühmtesten Frauenmörder aller Zeiten, schwelgt in düster-kranken Bildern von London und vergibt dabei die Chance, wirklich Originelles zum Fall der Fälle beizufügen.

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Dabei hätte es auch ganz anders kommen können. Das Regiegespann Allen und Albert Hughes hatte als Vorlage jenen Comic-Roman gewählt, den man zweifellos zu den besten der 90er Jahre zählen muss. «From Hell», das war zu Beginn des letzten Jahrzehnts der Versuch gewesen, Jack the Rippers Mordserie als einen Mythos am Nullpunkt der aufscheinenden Massenkultur zu beschreiben. In einem hochgelobten vielhundertseitigen Monstrum schuf die britische Autorenlegende Alan Moore zusammen mit dem Zeichner Eddie Campbell aus historischen Protokollen, Polizeiberichten, Zeitungsenten und (Alp)-Träumen ein Sittengemälde, das den Ripper als blutiges Verbindungsglied zwischen dem ausgehenden viktorianischen Zeitalter und dem 20. Jahrhundert zeigt.

Dieser Ansatz war nicht ganz neu. Schon im 79er-Film «Time After Time» verfolgte beispielsweise H.G. Wells den via Zeitmaschine in «sein» 20. Jahrhundert geflohenen Jack the Ripper, doch hatte sich zuvor kaum ein Autor richtig darum bemüht, diesen Killer, der seine Opfer mit professioneller Akkuratesse ausweidete, wirklich ernst zu nehmen, ja, in ihm eine grausige Vorahnung auf das 20. Jahrhundert und den dort industriell betriebenen Massenmord zu sehen. So wurde aus Jack the Ripper – im Buch ein Frauen hassender Arzt und Freimaurer, der aus sexueller Frustration, wissenschaftlicher Faszination und historischem Sendungsbewusstsein Befehle von oben ausführt – ein Prophet jener «neuen Gesellschaft», die blutige Identitätsfindung in den düstern Räumen zwischen Wahnsinn und Normalität betreibt.

Natürlich gibt es im Roman auch einen Ermittler und eine Liebesgeschichte. Während aber die Buchvorlage den amourösen Verwicklungen nüchtern wenig Raum lässt, wurde das klassenübergreifende Liebesspiel im Film nun ins Zentrum gestellt. Zu finden sind da Johnny Depp als Opium rauchender Inspektor Abberline und Heather Graham als irische Prostituierte Mary Kelly. Ihre Bahnen kreuzen sich im Laufe der Ermittlungen schicksalshaft, bis sie sich zum Schluss in die traurige Wahrheit schicken müssen, welche die Liebesgeschichte tragisch abbrechen lässt. Dass dabei wenig Spannung aufkommt – die Metzeleien werden eher angedeutet als gezeigt – ist einem Konzept anzulasten, welches zu hundert Prozent auf Atmosphäre setzt, die Schauspieler aber zu Statisten degradiert, die «irgendwie geisterhaft» durchs Prager Set zu schleichen haben. Johnny Depp kann das ganz gut, das britische Cast aber ist sichtlich unterfordert. Und Heather Graham? Sie ist als Prostituierte etwa so überzeugend wie Beni Thurnheer, der in einer Glauser-Verfilmung den Wachtmeister Studer spielen würde.

Die Inszenierung, die Schauspielerei sowie das Drehbuch, welches die Motive aus dem Comic arg verkürzt und teilweise gegen die ursprünglichen Intentionen dreht, sind schnell vergessen. Was haften bleibt von «From Hell» sind die düsteren Bilder einer wüsten Stadt, wo die Verbrechen von Jack the Ripper nur als eine Obszönität unter andern erscheint. Diese Stadt ist ein Moloch, der - hier löst die Verfilmung das Versprechen ihres Titels für einmal ein – direkt in der Hölle zu liegen scheint. [Benedikt Eppenberger]


 Eure Kommentare

Jasmin: Spannender Film
Elleth: ziemlich cool
Clarissa: Düster, regnerisch und neblig... London halt... im Jahre 1888....
Tuvok: Herrlich war die Verfilmung, mit dem ganzen Flair der Viktorianis...
Tuvok: Trotz Verbotes seines Vorgesetzen, besucht er im Londoner Hospita...
Tuvok: From Hell Wir haben London, 1888. Ein Unwetter zieht auf, eine...

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 Abspann
Originaltitel: From Hell
Filmlänge: 137min
Land (Jahr): USA (2001)
Genre: Horror
Besetzung: Johnny Depp, Heather Graham, Ian Holm, Paul Rhys, Joanna Page, Katrin Cartlidge, Robbie Coltrane, Bryon Fear, Jason Flemyng, Susan Lynch
Regie: Albert Hughes (I), Allan Hughes
Verleih: 20th Century Fox Film Corporation
Startdatum: 07.03.2002 (Deutschschweiz)
30.01.2002 (Romandie)



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