The Talented Mr. Ripley
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Filmkritik

Das Talent zur grossen Lüge

Tom Ripley spielt nicht nur meisterhaft Flügel, sondern beherrscht auch die Klaviatur von Lüge, Verstellung und Imitation. Er will stets jemand anderer sein, als er ist. Um den schönen Schein zu wahren, schreckt er auch vor Mord nicht zurück. Regisseur Anthony Minghella präsentiert ein Mischgebäck aus Krimi und Charakterstudie.

Eigentlich fängt alles ganz harmlos an. Tom Ripley (Matt Damon) begleitet in den 50ern auf einer Gartenparty der New Yorker High Society eine Sängerin auf dem Flügel. Gekleidet ist er in ein Jackett mit dem Emblem der Princeton Universität. Da Kleider Leute machen, nimmt der wohlhabende Reeder Herbert Greenleaf (James Rebhorn) an, dass Ripley seinen Sohn Dickie (Jude Law) kennt, der auch in Princeton studiert hat. Statt endlich Geld zu verdienen, gibt der Sohnemann aber lieber Papas Moneten in Italien aus.

Um diesen Zuständen ein Ende zu setzen, schickt Greenleaf Tom mit tausend Dollar nach Italien, um seinen Sohn zur Rückkehr in die USA zu bewegen. Dummerweise war Ripley nie in Princeton, die Jacke gehört einem Freund der Sängerin, und er selbst arbeitet in der Toilette eines Nobelhotels, wo er den Snobs den Staub vom Smoking bürstet. Tom lässt sich aber seine Chance nicht entgehen und reist nach Italien, bewaffnet mit den wichtigsten Kenntnissen über Dickie Greenleaf's Vorlieben.

Dieser ist ein gutaussehender Nichtsnutz, der am Mittelmeer ein Dolce Vita geniesst und nicht im Traum daran denkt, nach Hause zurückzukehren. Lieber testet er seinen Marktwert bei den Dorfschönheiten, segelt mit seiner Freundin Marge (Gwyneth Paltrow) die Küste entlang oder schlägt sich in den Jazzclubs Neapels die Nächte um die Ohren. Neben dem gutaussehenden Energiebündel Dickie wirkt Ripley wie ein kleiner, unterernährter Streberbengel. Aber er findet Gefallen an diesem Leben und nistet sich immer tiefer in Dickies Existenz ein, bis sich dieser gelangweilt von ihm abwendet. Doch Ripley hat Blut geleckt und lässt sich seine neuen Privilegien nicht mehr einfach wegnehmen. Um sie zu verteidigen, greift er zu drastischen Mitteln.

Anthony Minghella (The English Patient) liefert eine sehr detailliert ausgearbeitete Story, die auf dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith von 1955 beruht. Sein hauptsächliches Augenmerk liegt auf der Entwicklung des Charakters von Tom Ripley, der sich vom schüchternen Jungen zum durchtriebenen Ränkeschmied mausert. Ripley ist jedoch nie ein Held, den man bewundert. Matt Damon liefert eine tadellose Leistung als zwiespältiger und zwiegespaltener Charakter. Jude Law (eXistenZ) als Lebemann mit sehr gesundem Selbstvertrauen überzeugt ebenfalls voll und ganz, und Gwyneth Paltrow als Dickies Freundin hat nicht viel mehr zu tun als hübsch auszusehen.

Prächtige Drehorte in Italien und sorgfältig ausgesuchte Requisiten verwöhnen das Auge, aber bei aller Liebe zum Detail wird der Zuschauer oft mit der überwältigenden Vielfalt alleine gelassen. Der Film schafft es nie, auf ein Hauptthema zu fokussieren und verharrt oft zu lange in demselben Tempo. Dafür ist es ein Vergnügen zuzusehen, wie der talentierte Tom Ripley immer wieder im letzten Moment seinen Kopf aus der Schlinge zieht. Denn eines ist die Geschichte nie: vorhersehbar.

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2 Kommentare
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movie world filip

Ripley... interessante, beangstigende figur, starke story... gut gespielt von Damon, Malkovich macht es nachher auch sehr gut... Minghella wieder in vorm nach The English Patient (der sein starkste fi...
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Mathias

sehr bösartig und spannend. matt damon und jude law bieten eine perfekteschauspielerleistung!!!

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