Terry Vance Gilliam (* 22. November 1940 in Medicine Lake, Minnesota) ist ein aus den USA stammender Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler mit britischer Staatsangehörigkeit. Bekannt wurde er als Mitbegründer der Gruppe Monty Python.
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Terry Vance Gilliam (* 22. November 1940 in Medicine Lake, Minnesota) ist ein aus den USA stammender Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler mit britischer Staatsangehörigkeit. Bekannt wurde er als Mitbegründer der Gruppe Monty Python.
Cartoonist, Monty Python, Regisseur
Gilliam studierte Politikwissenschaft am Occidental College in Eagle Rock bei Los Angeles. Seine Laufbahn startete er 1962 als Zeichner des in New York produzierten Satire-Magazins HELP!, einer Schwester-Publikation von MAD, wo er John Cleese kennenlernte. Er zeichnete auch zwei Kurzgeschichten für das französische Magazin Pilote.
John Cleese vermittelte ihm nach seinem Umzug nach England 1967 eine Stelle bei der BBC. Dort traf er auf weitere Komiker, mit denen er und Cleese die Gruppe Monty Python gründeten. Hier war Gilliam anfangs als Autor und Regisseur, später auch als Schauspieler tätig. Ausserdem war er für die skurrilen Trickfilme der Komikertruppe verantwortlich, für deren Animation er eine Legetricktechnik verwendete.
Regiearbeiten in den 1970er Jahren
Sein Regiedebüt im Realfilm gab er 1975 in Zusammenarbeit mit Terry Jones mit dem Monty-Python-Film Die Ritter der Kokosnuss. Vorher erwarb er Erfahrungen im Animationsfilm mit Storytime (1968) und The Miracle of Flight (1974). 1977 folgte sein erster eigener Film: Jabberwocky, der - wie einige andere Filme von Gilliam - fälschlicherweise häufig als Monty-Python-Film bezeichnet wird.
Regiearbeiten in den 1980er Jahren
Nachdem er zusammen mit den Pythons deren grössten Erfolg Das Leben des Brian vollendet hatte, begann er, sich vollständig um seine eigene Regiekarriere zu kümmern. 1981 erschien die Komödie Time Bandits, für den letzten Python-Kinofilm Der Sinn des Lebens drehte er unabhängig von den anderen Pythons den "Vorfilm" The Crimson Permanent Assurance, einen 15-minütigen surrealistischen Kurzfilm, dessen Produktionskosten die des gesamten Hauptfilmes der Pythons überschritten. Im eigentlichen Film Der Sinn des Lebens war er ausserdem wieder für die Animationen zuständig und schrieb und spielte in einigen der Sketche mit.
1985 erschien Brazil, der ihn als eigenständigen Filmemacher unabhängig von Monty Python etablierte und bis heute als eines seiner ambitioniertesten Werke gilt. Der Film behandelt auf surreale und oft satirische Weise die Dystopie eines paranoiden Überwachungsstaates. Drei Jahre später wurde Die Abenteuer des Baron Münchhausen veröffentlicht, bei dem unter anderen John Neville als Münchhausen und Robin Williams als Mondkönig zu sehen sind.
Regiearbeiten in den 1990er Jahren
Nachdem Münchhausen an den Kinokassen erfolglos geblieben war, nahm Gilliam in den 1990ern mehrere Auftragsarbeiten an: Zunächst 1991 Der König der Fischer mit Robin Williams und Jeff Bridges und dann 1995 seinen grössten Erfolg 12 Monkeys mit Bruce Willis, der seine Rolle deutlich unter den sonst für ihn üblichen Gagen übernahm, um mit Gilliam zusammen einen Film machen zu können, und Brad Pitt, der zur Drehzeit noch vor seinem Durchbruch war.
1998 folgte dann Fear and Loathing in Las Vegas, der zwar deutlich unter dem kommerziellen Erfolg der beiden Vorgängerfilme blieb, aber dennoch "Kultstatus" erlangte und für den Gilliam erstmals auch wieder am Drehbuch mitschrieb.
Regiearbeiten in den 2000er Jahren
2000 widmete sich Gilliam mit The Man Who Killed Don Quixote einem Projekt, das er bereits zehn Jahre lang geplant hatte, das dann aber katastrophal scheiterte (siehe unten). 2002 führte Gilliam Regie bei dem Nike-Werbespot The Secret Tournament, der auch in Deutschland als Teil der Nike-Werbekampagne zur Fussballweltmeisterschaft gezeigt wurde.
2005 vollendete Gilliam gleich zwei Filme: Brothers Grimm und Tideland.
Brothers Grimm kam am 25. August 2005 in die US-amerikanische Kinos und wurde von der Kritik nahezu einhellig verrissen. Gleichzeitig waren die Besucherzahlen in der ersten Woche aber besser als bei jedem anderen Terry-Gilliam-Film. Vor allem das als schlecht empfundene Drehbuch und die unausgegorene Story waren im Blickpunkt der Kritik, während Gilliams Visualisierung teilweise positiv bewertet wurden.
Tideland dagegen zeichnete sich durch die typische Gilliam-Skurrilität aus und wurde unter anderem auf dem San Sebastián International Film Festival ausgezeichnet. Das niedrige zur Verfügung stehende Budget führte jedoch dazu, dass die Produzenten den Film kaum bewarben und er in Europa überhaupt nicht im Kino gezeigt wurde.
Im Dezember 2007 begannen in London die Dreharbeiten für Gilliams neuesten Film The Imaginarium of Doctor Parnassus mit Heath Ledger und Christopher Plummer in den Hauptrollen und Tom Waits als "Mr. Nick" (der Teufel). In den Kinos sollte der Film Anfang 2009 zu sehen sein. Durch Heath Ledgers überraschenden Tod im Januar 2008 musste die Produktion unterbrochen werden. Die Dreharbeiten mit ihm waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Im März 2008 wurden die Dreharbeiten in Vancouver fortgesetzt, wobei Heath Ledgers Rolle in den Szenen, die in fantastischen Parallelwelten spielen, nun von Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law übernommen wird.. Englischer Kinostart für The Imaginarium of Doctor Parnassus war der 16. Oktober 2009, in Nordamerika brachte der US-Verleih Sony Pictures Classics den Film am 25. Dezember in die Kinos; in Deutschland war der Film unter dem Titel Das Kabinett des Doktor Parnassus ab dem 7. Januar 2010 zu sehen.
Regiearbeiten ab 2010
Im Januar 2009 wurde bekannt, dass Gilliam nach Abschluss von The Imaginarium of Doctor Parnassus einen neuen Versuch starten wird, The Man Who Killed Don Quixote zu drehen. Im Oktober des gleichen Jahres erklärte er, dass mittlerweile das Drehbuch wieder freigegeben sei und Budget und Hauptdarsteller feststehen würden. Entgegen früherer Ankündigungen, dass Johnny Depp aus Termingründen nicht dabei sein wird, ist er seit Dezember 2009 wieder als Teil der Besetzung angekündigt. Robert Duvall wird in der Hauptrolle zu sehen sein. Der Film soll angeblich 2011 erscheinen.
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