Do, 01.06.2006, Pascal Blum
Die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) der Filmwirtschaft, eine deutsche Behördenstelle zur Begutachtung von Filminhalten, hat Regisseur Michael Steiner ans Herz gelegt, die Schere an «Mein Name ist Eugen» anzusetzen. Über die Klippe springen soll eine Traumszene, in der eine Schülerin dem Charakter Wrigley an die Unterhose will.
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- Folter in Guantánamo
Das ist den deutschen Behörden zu brutal. Die düstere Traumsequenz habe für Kinder eine «beeinträchtigende Wirkung» (einschlafen?). Ausserdem würden die Bilder an die Aufnahmen von Folterungen von Gefangenen im Kriegsgefängnis Abu Ghraib im Irak erinnern. Falls die Sequenz nicht geschnitten werden, könne der Film erst ab 6 Jahren freigegeben werden.
Für Regisseur Michael Steiner («Grounding») ist der Entscheid nicht nachvollziehbar. Er spricht sogar (im Vokabular angemessen) von einer «pervertierten Sichtweise», die jemand habe, der einen «harmlosen Familienfilm» mit der «Irakfolter der Gegenwart» gleichstelle. «Mein Name ist Eugen» ist einer der erfolgreichsten Schweizer Filme und startet in Deutschland mit 150 Kopien.
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