Life as We Know It - Filmkritik
| Aka Titel: | So spielt das Leben |
| Land (Jahr): | USA (2010) |
| Genre: | Comedy |
| Filmlänge: | 115min |
| Regie: | Greg Berlanti |
| Kinostart: | 21.10.2010 |
| 08.12.2010 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Ian Deitchman |
Neckereien zwischen Babykotze und Hasch-Brownies
Warum ein Konzept ändern, mit dem man schon einmal Erfolg hatte? Schon in «The Ugly Truth» musste Katherine Heigl als zickige Karrierefrau erkennen, dass ihr Traummann ausgerechnet der prollige Chauvi-Kollege ist. Und weil diese schlichte Geschichte tatsächlich die Kinokassen klingen liess, wird sie nun für «Life As We Know It» - erneut von Heigl als Produzentin mitverantwortet - einfach wieder aufgewärmt.
Auch als Holly ist Katherine Heigl eine selbstständige Single-Frau, die mangels nennenswertem Privatleben, einem Hang zum Kontrollzwang sowie einer gewissen generellen Verklemmung, voll im Beruf aufgeht. Dass ein von gemeinsamen Freunden arrangiertes Blind Date mit Eric (Josh Duhamel), seines Zeichens leidenschaftlicher Macho und draufgängerischer Motorradfahrer, nicht gut gehen kann, sieht man auf den ersten Blick. Doch der versierte Fan von Hollywood-Romanzen ahnt natürlich: die beiden werden schon noch merken, dass sie wie gemacht sind für einander, schliesslich schlummert auch in ihr eine grosse Portion Sinnlichkeit (zu erkennen an der Leidenschaft fürs Backen und Kochen) und in ihm reichlich sanfte Liebenswürdigkeit (der treuherzige Dackelblick verrät ihn).
Es ist dann eine tragische Wendung, die das ungleiche Paar doch noch zusammenbringt. Besagte gemeinsame Freunde kommen bei einem Autounfall ums Leben - und hinterlassen ihr kleines Töchterlein ausgerechnet den Pateneltern Holly und Eric. Doch mit allzu viel Traurigkeit will sich der Film, den der vor allem an Fernsehserien geschulte Greg Berlanti inszenierte, nicht belasten. Statt eines Familiendramas wird hier eine ganz typische romantische Komödie erzählt, die entsprechend vorhersehbar verläuft.
Weil das US-Kino sich bekanntermassen schwer tut mit modernen Familien- und Beziehungskonzepten, ziehen Holly und Eric kurzerhand ins Haus ihrer toten Freunde, wo sie Vater-Mutter-Kind spielen. Was aber natürlich nicht heisst, dass sie sich wie vernünftige Erwachsene benehmen würden: es wird gezickt und geneckt auf Teufel komm raus, zwischendurch lockern Babykotze und Hasch-Brownies die Stimmung auf und gerade als alle Gegensätze ausgeräumt und das Glück perfekt zu sein scheinen, steht doch noch ein grosses Missverständnis ins Haus.
Zwischendurch ist das leidlich amüsant und in einem Genre wie diesem ist man gemeinhin auch bereit, Klischees und mangelnde Originalität als Grundvoraussetzung zu akzeptieren. Doch letztlich hat «Life As We Know It» das gleicheProblem wie vergangenes Jahr «The Ugly Truth»: Heigl selbst, die anders als etwa Sandra Bullock oder Kate Hudson nie wirklich sympathisch oder natürlich, sondern immer nur angestrengt und künstlich wirkt.
[Patrick Heidmann]
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