Weil die rebellische Vampir-Amazone Selene (Kate Beckinsale) den Oberguru ihrer Rasse getötet hat, ist sie auf der Flucht. Ihr einziger Verbündeter ist der Halbvampirwerwolf Michael (Scott Speedman). Leider hat Michael Probleme mit seinem Blutdurst, also muss er bei Selene erst mal in die Benimmschule. Statt in der Stadt wird diesmal im Wald, auf einem Schiff und wieder mal in einer Burg gekämpft und gebissen. Ach ja, einen neuen/alten Bösewicht gibt es auch noch. Genug gehört?
«Underworld: Evolution» folgt den üblichen Regeln einer Fortsetzung: Man nimmt altbekannte Charaktere, spinnt die krude Story des Vorgängers weiter, baut neue, spannende Twists ein und schraubt den Actionpegel gehörig nach oben. Regisseur Len Wisemen, der schon den ersten «Underworld»-Teil verbrochen hat, gibt sich reichlich Mühe, seine Ehefrau Kate Beckinsale als sexy Latex-Braut verführerisch rüberkommen zu lassen. Dazu gibt es nur einen Kommentar: Auftrag erfüllt, die Schönheit in ihrem hautengen Outfit schaut einfach klasse aus. Von der liesse man(n) sich gerne mal ein bisschen beissen. Aber eine scharfe Heldin allein macht noch keinen tollen Film.
Die britische Schauspielerin («Pearl Harbor», «Van Helsing») ballert hier gekonnt mit automatischen Schnellfeuerwaffen um sich und zuckt dabei nicht mal mit der Wimper. Und zwischendurch darf sich die Abgebrühte, im Gegensatz zum ersten Teil, nun auch mal von ihrer sensiblen Seite zeigen - sehr sexy, mehr soll hier nicht verraten werden. Ihr Partner Scott Speedman (« XXX 2: The Next Level», «Dark Blue») hingegen bleibt ohne Ausnahme blass. Aber der arme Kerl hat auch eine undankbare Rolle.
Die Story von «Underworld: Evolution» ist konfus. Und gewisse Teile sind gänzlich überflüssig - wie der Auftritt von Derek Jacobi als Alexander Corvinus. Das Einbinden seiner Figur stoppt die Handlung nur unnötig und bringt für den späteren Verlauf nichts. Wer soll sich das also ansehen? Die Kate Beckinsale-Fans! Wer noch? Alle, die Teil eins mochten. Wer den nicht gesehen hat, wird vor den Kopf gestossen, denn als eigenständiger Film funktioniert «Underworld: Evolution» leider überhaupt nicht.