Shaolin Soccer - Filmkritik
| Land (Jahr): | China (2001) |
| Genre: | Action, Comedy |
| Filmlänge: | 90min |
| Regie: | Stephen Chow |
| Kinostart: | 26.02.2004 |
| 09.10.2002 (Romandie) | |
| Drehbuch: | Stephen Chow |
Kick den Ball, schlag den Mann
Freistösse treten wie Beckham, das kann heute jedes Mädchen. Aber herkömmlicher Fussball ist einfach zu langsam und braucht... neuen Kick! Deshalb fusionieren Stephen Chow und seine chaotische Mannschaft mit humorvollem Augenzwinkern Kung Fu und Fussball zur Disziplin «Shaolin Soccer». Der Rasen bebt.
Jeder sollte Kung Fu praktizieren. Kung Fu ist ein Lebensstil und hilft in allen Lebenslagen. Parklücke zu eng? Ein gezielter Stoss, und drin ist das Auto. Auf der Bananenschale ausgerutscht? Mit einem eleganten Rückwärtssalto landet man wieder auf den Füssen. Lästige Hecken schneiden? Mit wirbelnden Schwertern ist die Arbeit im Nu erledigt. Diese Philosophie predigt der junge Sing (Stephen Chow) laut und gerne auf der Strasse. Eingebracht hat sie ihm ausser durchgewetzten Schuhen bis jetzt nichts.
Bis ihm der abgewrackte Fussballtrainer «Golden Leg» Fung (Man Tat Ng) begegnet, der sich einst bestechen liess und damit seine Kickerkarriere opferte. In Sings Fähigkeiten wittert er die Chance, auf den Rasen, der die Welt bedeutet, zurückzukehren.
Es folgt, was folgen muss: Die guten stellen ihre Mannschaft zusammen. Es wird trainiert und Fussball mit Kung Fu zu originellem Freistil kombiniert. Die Bösen stellen ihre Mannschaft zusammen. Die gute Mannschaft tritt gegen die böse zum entscheidenden Endspiel an. Stephen Chow, Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion, inszeniert diese Standardgeschichte aber mit so viel überdrehtem Humor und wahnwitzigen Effekten, dass statt eines langweiligen Sportfilms ein rasantes Feuerwerk optischer Gags über die Leinwand fegt.
Die Wachowski-Brüder haben sich in ihrer «Matrix»-Trilogie ungeniert beim Hong Kong Kino bedient, «Shaolin Soccer» holt sich ebenso grosszügig «Matrix»-Zitate zurück in den Osten. Und im Gegensatz zu vielen «Matrix»-Parodien machen die Anspielungen hier Freude, etwa wenn ein Fussballer ein Geschwader stinkender Turnschuhe, das auf ihn abgefeuert wurde stoppt wie damals Neo Agent Smith's Pistolenkugeln.
Chow und seine Mannschaft, die nicht mal von den Stadionputzfrauen ernst genommen wird, aber an chronischer Selbstüberschätzung leidet, schlagen und kicken sich unter schamloser Missachtung aller physikalischen Gesetzmässigkeiten zum Ziel. Und während Jackie Chan mittlerweile in Hollywood am Fliessband eine schlechte Actionkomödie nach der anderen abdreht, kann man in Stephen Chow wohl seinen rechtmässigen Nachfolger als asiatischer Komödienmeister sehen. Wenn Chow diese Frische und Originalität erhalten kann, wird er problemlos auch ein westliches Publikum begeistern können. [Bruno Amstutz]
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