Leonardo Wilhelm DiCaprio (* 11. November 1974 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler und Produzent. Einem breiteren Publikum wurde er durch die Rolle des geistig behinderten Jungen Arnie Grape in Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa bekannt, für die er 1994 seine erste Nominierung für den Oscar erhielt. Zu weltweitem Ruhm gelangte er 1997 mit der Darstellung des mittellosen Schiffspassagiers Jack Dawson in James Camerons Spielfilmdrama Titanic. DiCaprio stellt wiederkehrend authentische Personen der Vergangenheit und Gegenwart dar. Für seine Rolle als Flugpionier Howard Hughes in Aviator wurde er 2005 mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet. DiCaprio gehört gegenwärtig zu den bestbezahlten und erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods und arbeitet regelmässig mit renommierten Regisseuren zusammen.
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Leonardo Wilhelm DiCaprio (* 11. November 1974 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler und Produzent. Einem breiteren Publikum wurde er durch die Rolle des geistig behinderten Jungen Arnie Grape in Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa bekannt, für die er 1994 seine erste Nominierung für den Oscar erhielt. Zu weltweitem Ruhm gelangte er 1997 mit der Darstellung des mittellosen Schiffspassagiers Jack Dawson in James Camerons Spielfilmdrama Titanic. DiCaprio stellt wiederkehrend authentische Personen der Vergangenheit und Gegenwart dar. Für seine Rolle als Flugpionier Howard Hughes in Aviator wurde er 2005 mit dem Golden Globe Award ausgezeichnet. DiCaprio gehört gegenwärtig zu den bestbezahlten und erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods und arbeitet regelmässig mit renommierten Regisseuren zusammen.
Leben und Wirken [Bearbeiten]
Familie [Bearbeiten]
Der Sohn der früheren Rechtsanwaltsgehilfin Irmelin Indenbirken-DiCaprio, geborene Indenbirken und des Comicbuchautors und -verkäufers George DiCaprio, wurde in Los Angeles als einziges Kind seiner Eltern geboren. Seine Mutter zog in den 1950er Jahren aus ihrem Geburtsort Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen in die USA, sein Vater ist ein bereits in vierter Generation geborener US-amerikanischer Staatsbürger halb italienischer und halb deutscher Abstammung. Seine Grossmutter mütterlicherseits, Helene Indenbirken (1915-2008), wurde als Yelena Smirnova in Russland geboren. 2010 sagte DiCaprio in einem Gespräch mit Russlands Ministerpräsident Vladimir Putin, dass zwei seiner Grosseltern russisch waren und bezeichnete sich selbst als Halbrussen.
Über DiCaprios Vornamen soll entschieden worden sein, als seine schwangere Mutter in Italien vor einem Gemälde Leonardo da Vincis stand und der noch ungeborene Sohn gegen die Bauchdecke trat. Seine Eltern trennten sich, als er ein Jahr alt war. Acht Jahre später folgte die Scheidung, DiCaprio lebte überwiegend bei seiner Mutter. Er wuchs in Los Angeles im Stadtteil Echo Park auf und besuchte dort die Grundschule sowie die John Marshall High School. Seine Grossmutter Helene Indenbirken wohnte bis zu ihrem Tode im Alter von 93 Jahren am 5. August 2008 im Geburtsort seiner Mutter. DiCaprio, der sie dort seit früher Jugend wiederkehrend besuchte, erwarb während dieser Zeit Grundkenntnisse der deutschen Sprache.
Karrierebeginn [Bearbeiten]
Seine Karriere begann Ende der 1980er Jahre im Alter von 14 Jahren mit Auftritten in Werbespots, darunter für Bubble Yum Kaugummi und Kraft Käse sowie als Laiendarsteller in Lehrfilmen. Der Durchbruch gelang ihm 1990 mit der Rolle des Garry Buckman in der Fernsehserie Eine Wahnsinnsfamilie (Originaltitel: Parenthood), die auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1989 basiert. In der Seifenoper California Clan übernahm er kurz darauf die Rolle des jungen Mason Capwell. Sein Spielfilmdebüt hatte er in Critters 3 - Die Kuschelkiller kommen, einem B-Movie aus dem Jahr 1991. Zunehmende Bekanntheit erzielte DiCaprio in der Sitcom Unser lautes Heim, in der er 1991 und 1992 den Strassenjungen Luke Brower spielte.
Leonardo DiCaprio bei der Premiere von Gangs of New York in Cannes, 2002
Festigung als Charakterdarsteller [Bearbeiten]
1990er Jahre [Bearbeiten]
1993 agierte DiCaprio als Sohn eines gewalttätigen Stiefvaters neben Robert De Niro und Ellen Barkin in This Boy's Life. Aufmerksamkeit erlangte er mit der Rolle des geistig behinderten Jungen Arnie Grape in Lasse Hallströms Familiendrama Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa (1993), für die er 1994 in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" mit einer Oscarnominierung geehrt wurde. In den darauffolgenden Jahren stellte er in gleich mehreren Filmen seine schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis. So porträtierte er 1995 den Schriftsteller und Musiker Jim Carroll, dessen Heroinsucht und sozialer Abstieg im Rahmen einer Autobiografie veröffentlicht und schliesslich verfilmt wurden. In Total Eclipse - Die Affäre von Rimbaud und Verlaine von Agnieszka Holland setzte DiCaprio seine Darstellung authentischer Personen mit der Rolle des homosexuellen französischen Lyrikers Arthur Rimbaud fort. Als Filmpartner fungierte David Thewlis als Paul Verlaine. Gemeinsam mit Claire Danes stellte er in William Shakespeares Romeo + Julia (1996) unter der Regie von Baz Luhrmann das gleichnamige Liebespaar Romeo und Julia dar. Die Dialoge entsprachen den Originaltexten von William Shakespeare aus dem 16. Jahrhundert. Für seine Darstellung erhielt DiCaprio im Rahmen der Berlinale 1997 den Silbernen Bären.
Weltweiter Erfolg und Ruhm durch Titanic [Bearbeiten]
Die mit elf Oscars ausgezeichnete Kinoproduktion Titanic, die gegenwärtig auf Platz zwei der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten rangiert, bedeutete für DiCaprio 1997 den eigentlichen Karriereschub. Durch die Darstellung des mittellosen Schiffspassagiers Jack Dawson, der sich entgegen der gesellschaftlichen Norm in eine junge wohlhabende Frau namens Rose verliebt, entwickelte sich der damals 22-Jährige zum Superstar, einhergehend mit weltweiter Popularität als Mädchen- und Frauenschwarm. Nicht zuletzt der Umstand zahlreicher Berichterstattungen in Jugendmedien erschwerte es ihm in den folgenden Jahren sehr, sich trotz variierender Filmfiguren in unterschiedlichen Genres von seinem Status als Teenie-Idol zu lösen.
2000er Jahre [Bearbeiten]
Nach fiktiven Figuren in Filmen wie Celebrity (1998) und The Beach (2000), der ihm eine Nominierung für die Goldene Himbeere als "Schlechtester Schauspieler" einbrachte, spielte DiCaprio 2002 in der Grossproduktion Gangs of New York zum ersten Mal unter der Regie von Martin Scorsese. Im selben Jahr übernahm er die Rolle des US-amerikanischen Hochstaplers und Scheckfälschers Frank W. Abagnale in Catch Me If You Can. Seine Darstellung wurde mit einer Nominierung für den Golden Globe Award gewürdigt. 2005 gelang ihm die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" für seine Verkörperung des Hollywood-Millionärs und Flugpioniers Howard Hughes in dem Martin-Scorsese-Film Aviator, darüber hinaus wurde DiCaprio für den Oscar nominiert.
Zur Verleihung der Golden Globe Awards 2007 gelang ihm als erstem Schauspieler in der Geschichte dieses Filmpreises, für zwei Rollen - als verdeckter Ermittler Billy Costigan in Departed - Unter Feinden und als 32-Bataljon-Soldat Danny Archer in Blood Diamond - in gleicher Kategorie (Bester Hauptdarsteller in einem Drama) nominiert zu werden. Blood Diamond thematisiert den Konflikt um sogenannte Blutdiamanten in Afrika vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone 1999, für den DiCaprio 2007 seine dritte Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" erhielt. Erstmals seit Titanic agierte er im Jahr 2008 in Sam Mendes' Filmdrama Zeiten des Aufruhrs wieder an der Seite von Kate Winslet. Seine Darstellung des frustrierten Ehemanns Frank Wheeler bescherte ihm in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller - Drama" eine weitere Nominierung für den Golden Globe. Unter der Regie von Ridley Scott folgte im gleichen Jahr der Thriller Der Mann, der niemals lebte, in dem DiCaprio den CIA Agenten und Anti-Terror-Spezialisten Roger Ferris verkörperte.
DiCaprio auf der Berlinale 2010
2010er Jahre [Bearbeiten]
Mit Shutter Island, der im Februar 2010 in den deutschen Kinos anlief, arbeitete der Schauspieler bereits zum vierten Mal unter der Regie von Martin Scorsese, den er für den grössten lebenden Regisseur hält. DiCaprio übernahm in diesem auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane basierenden Psycho-Thriller die Rolle des zunehmend unter Paranoia leidenden US-Marshals Edward "Teddy" Daniels. 2009 beendete er die Dreharbeiten zu Christopher Nolans Science-Fiction-Film Inception, der am 29. Juli 2010 in den deutschen Kinos anlief. Der Film war weltweit ein grosser Erfolg, wurde mit vier Oscars ausgezeichnet und ist DiCaprios kommerziell erfolgreichster Film seit Titanic.
Gemeinsam mit Regisseur Clint Eastwood arbeitete DiCaprio 2011 an der Verfilmung des Lebens von FBI-Gründer J. Edgar Hoover. Der Film lief am 19. Januar 2012 unter dem Namen J. Edgar in den deutschen Kinos an. Für seine darstellerische Leistung erhielt DiCaprio seine achte Golden Globe-Nominierung.
In Quentin Tarantinos Western Django Unchained stellt DiCaprio den sadistischen Plantagenbesitzer und Sklaventreiber Calvin Candie dar, wofür er ein weiteres Mal für den Golden Globe nominiert wurde. Deutscher Kinostart war der 17. Januar 2013.
Von September 2011 bis Februar 2012 drehte DiCaprio unter der Regie von Baz Luhrmann in Sydney die Romanverfilmung Der grosse Gatsby in 3-D. Er übernimmt darin die Titelrolle des Jay Gatsby. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen DiCaprio und Luhrmann seit William Shakespeares Romeo + Julia im Jahre 1996. Der Film wird am 16. Mai 2013 in den deutschen Kinos anlaufen.
Die fünfte Kollaboration zwischen Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese wird das Wall Street-Drama Der Wolf der Wall Street sein, welches auf der gleichnamigen Autobiografie des früheren Börsenmarklers Jordan Belfort basiert. Der Kinostart ist für den 12. Dezember 2013 geplant.
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