Antoine Fuqua (* 19. Januar 1966 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA) ist ein US-amerikanischer Regisseur für Spielfilme, Musikvideos und Werbespots.
[>>]Quelle: Wikipedia
Antoine Fuqua (* 19. Januar 1966 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA) ist ein US-amerikanischer Regisseur für Spielfilme, Musikvideos und Werbespots.
Biografie
Antoine Fuqua wuchs in Pittsburgh auf, wo er mit Gangsterfilmen wie Chinatown oder Science-Fiction-Filmen wie Blade Runner gross wurde. Er besuchte die West Virginia State University mit einem Stipendium in Basketball, wo er später Elektrotechnik studierte. Später zog er nach New York, wo er als Produktionsassistent beim Film begann und seinen ersten Kurzfilm Exit abdrehte, der ihm zu Arbeit in der Musikvideo-Branche verhalf. In den 1980er und 1990er Jahren machte er sich als Regisseur von Musikvideos einen Namen. Er arbeitete unter anderem mit so bekannten afroamerikanischen Künstlern wie Prince, Stevie Wonder, Toni Braxton oder Usher. Die Arbeit an Coolios Musikvideo Gangsta's Paradise (1995) wurde mit dem MTV Video Music Award für das beste Rap-Video preisgekrönt.
Nach Arbeit in der Werbebranche gab Fuqua 1998 mit dem Actionfilm Die Ersatzkiller sein Debüt als Spielfilmregisseur in Hollywood. Die Geschichte um einen in Diensten der chinesischen Mafia stehender Auftragskiller (gespielt von Chow Yun-Fat), der sich weigert, einen Polizisten zu erschiessen, wurde vom deutschen film-dienst kritisiert. Fuqua hätte sein Kinodebüt schlicht auf spektakuläre Action-Sequenzen ausgerichtet. Auch mit seinen folgenden Werken blieb Fuqua dem Action- und Thriller-Genre treu. In Bait - Fette Beute (2000) ist Jamie Foxx als ahnungsloser Lockvogel der Polizei zu sehen, der einen flüchtigen Bankräuber fassen soll. In Training Day schlüpfte Denzel Washington in seine erste Rolle als Bösewicht, einen Detective Sergeant der Drogenpolizei, der den "Krieg gegen das Verbrechen" zu seinen eigenen kriminellen Machenschaften ausnutzt. Der Film brachte Washington 2002 den Oscar als bester Hauptdarsteller ein. Aldore Collier (Ebony) schrieb, dass Fuqua und andere afroamerikanische Regisseure wie Albert Hughes und Allen Hughes (From Hell) nicht die ersten schwarzen Filmemacher seien, die es in Hollywood zu Erfolg brächten. Ihre Regiearbeiten wären aber die ersten von Afroamerikanern, die einen beeindruckenden wirtschaftlichen Erfolg auf beiden Seiten des Atlantiks erzielen würden.
Nach dem Erfolg von Training Day widmete sich Fuqua mit Tränen der Sonne (2003) einem harten Kriegsfilm über eine US-Einheit, die eine amerikanische Ärztin aus einer Mission im vom Bürgerkrieg heimgesuchten Nigeria befreien soll. Die Produktion mit Bruce Willis und Monica Bellucci in den Hauptrollen wurde von den United States Navy SEALs unterstützt. Deutsche Kritiker bemerkten trotz eines hohen ästhetischen Niveaus eine zu deutliche propagandistische Botschaft, dass amerikanische Truppen die Welt retten müssten.
2004 inszenierte Fuqua mit Lightning in a Bottle einen Dokumentarfilm über den Blues, der in der Radio City Music Hall in New York entstand. Der Film, in dem unter anderem Natalie Cole, Bill Cosby und Macy Gray zu sehen sind, erhielt 2005 den Black Reel Award für die beste Filmkomödie oder Musical. Ein Jahr später wagte sich Fuqua mit King Arthur an eine Neuinterpretation der Artus-Sage in der die beiden britischen Schauspieler Clive Owen und Keira Knightley die Hauptrollen übernahmen. Christina Tilmann (Der Tagesspiegel) rezensierte den Film als "düsteres Winterstück aus barbarischen Zeiten". Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemerkte, dass etwas "Angestrengtes" über den Filme liege, "eine Stimmung von Durchhaltenmüssen und Zähnezusammenbeissen". Die etwa 120 Mio. US-Dollar teure Produktion spielte rund 200 Mio. US-Dollar ein, davon ein Viertel in den USA. Nach dem Fernsehdrama Murder Book (2005) und dem 11-minütigen Kurzfilm The Call mit John Malkovich und dem Model Naomi Campbell als Priester und dunkler Engel, inszenierte Fuqua Mark Wahlberg in Shooter (2007) als Titelhelden. Wahlberg interpretierte die Rolle eines desillusionierten Ex-Scharfschützen der US-Marines, der einem Komplott zum Opfer fallen soll. Michael Kohler (film-dienst) bemerkte eine Überpointierung in der Inszenierung des Regisseurs. Fuqua hätte die Geschichte "effektiv bebildert", jede Szene kenne aber nur einen vorbestimmten Ausgang, jede Figur trage ihr Verfallsdatum auf der Stirn.
Fuquas bisher letzter Spielfilm war 2009 Gesetz der Strasse - Brooklyn's Finest, erneut ein Polizeithriller um drei Gesetzeshüter (Richard Gere, Don Cheadle und Ethan Hawke), in der Drogenszene Brooklyns. Seit dem Sommer 2010 arbeitet Fuquas an einer Filmbiografie von 2Pac Shakurs Leben. Dabei ist ihm wichtig diesmal einen noch unbekannten Schauspieler mit starker äusserlicher Ähnlichkeit zu Tupac Shakur zu finden. Der Drehstart hat im September 2010 begonnen.
Antoine Fuqua ist seit 1999 mit Lela Rochon verheiratet und hat drei Kinder. Sein Onkel ist der Musiker Harvey Fuqua (The Moonglows). 2007 wurde Fuqua eingeladen, der Academy of Motion Picture Arts and Sciences beizutreten.
[<<]Dieser Text basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bild: Nicogenin