Xavier Beauvois

Director

Geburtstag:

20.03.1967

Xavier Beauvois (☆ 20. März 1967 in Auchel, Pas-de-Calais) ist ein französischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Biografie

Ausbildung und Regiedebüt

Xavier Beauvois wurde 1967 in Pas-de-Calais, im Nordosten Frankreichs geboren. Kurz vor seinem Abitur machte der filmbegeisterte Jugendliche auf einer Konferenz in Calais die Bekanntschaft mit Jean Douchet, einem angesehenen Filmkritiker. Der ehemalige Professor an der Hochschule für Film und Audiovision in Paris (La fémis) lud ihn in die französische Hauptstadt ein und ermutige Beauvois, im Filmgeschäft Fuss zu fassen. 1986 lieferte Xavier Beauvois mit dem Kurzfilm Le Matou seine erste Regiearbeit ab. 1987 debütierte er als Regieassistent bei André Téchinés Film Die Unschuldigen, in dem Abdellatif Kechiche als arroganter Gigolo das Objekt der Begierde von Sandrine Bonnaire mimt. Im selben Jahr assistierte er Manoel de Oliveira bei dessen Fantasy-Drama Mein Fall.

Nachdem Xavier Beauvois 1988 erste Erfahrungen als Schauspieler in Michel Bénas Kurzfilm Daniel endormi gesammelt hatte, realisierte er 1991 seinen ersten Langspielfilm. In Nord porträtiert er eine funktionsgestörte Familie aus seiner Heimatregion die langsam auseinander bricht. Für das Drama in dem Beauvois die Hauptrolle spielt und auch das Drehbuch verfasste, feierte er seinen Durchbruch als Filmregisseur. Bei der Premiere von Nord 1991 auf dem Montréal World Film Festival wurde das Werk mehrfach ausgezeichnet. Zwei Jahre später wurde Beauvois' als Bester Nachwuchsdarsteller und in der Kategorie Bestes Erstlingswerk für den César nominiert, den wichtigsten französischen Filmpreis. Nach dem Erfolg von Nord folgten Angebote für mehrere Nebenrollen in Filmproduktionen, darunter das Beziehungsdrama Der Himmel über Paris (1991) von Michel Béna und Michel Devilles Tragikomödie Die kleinen Freuden des Lebens (1994), in der er an der Seite von u. a. Anémone, André Dussollier und Nicole Garcia eine tragende Rolle bekleidete.

Nach einem Aufenthalt in der Villa Medici in Rom, Sitz der Académie française und Wohn- und Arbeitsort für Künstler, realisierte Xavier Beauvois 1995 seinen zweiten Langspielfilm. In Vergiss nicht, dass du sterben musst agierte Beauvois wieder vor der Kamera und mimt Benoit, der seine bourgeoise Zukunft genau geplant hat und versucht mit allen Mitteln dem Militärdienst zu entgehen. Mit dem Drama konnte der Regisseur an den Erfolg von Nord anknüpfen und der Film gewann den Jurypreis bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1995. Im selben Jahr erhielt Beauvois den renommierten Jean-Vigo-Preis. Es folgten weitere Nebenrollen in Filmproduktionen, darunter Jacques Doillons international preisgekröntes Drama Ponette (1996), Bernard-Henri Lévys von der Kritik verschmähtes Werk Der Tag und die Nacht (1997) mit u. a. Alain Delon und Lauren Bacall in den Hauptrollen, sowie Philippe Garrels Roadmovie Le Vend de la nuit mit Catherine Deneuve.

Erfolg mit Eine fatale Entscheidung

Im Jahr 2000 verfasste Xavier Beauvois gemeinsam mit Cédric Anger und Catherine Breillat das Skript zu seinem dritten Spielfilm, in dem er darauf verzichtete auch vor der Kamera zu agieren. Die Frau des Chefs handelt von dem normannischen Fabrikarbeiter Matthieu, dessen Vater Selbstmord begeht, nachdem dieser seinen Job verloren hat. Fest von dem Wunsch beseelt Rache zu üben, geht Matthieu eine Affäre mit der Frau seines Chefs ein um diesen blosszustellen. Das Drama mit Benoît Magimel und Nathalie Baye in den Hauptrollen war im selben Jahr für den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig nominiert. Der Regisseur setzte Baye fünf Jahre später erneut für sein nächstes Filmprojekt Eine fatale Entscheidung ein. Ihr zur Seite standen Jalil Lespert, sowie Roschdy Zem und Antoine Chappey die für Beauvois' Vergiss nicht, dass du sterben musst bzw. Die Frau des Chefs vor der Kamera gestanden hatten. Für die Geschichte um eine dem Alkohol zugeneigten Pariser Kriminalbeamtin (Nathalie Baye) die sich eines unerfahrenen Polizeirekruten (Jalil Lespert) annimmt, begleitete Beauvois mehrere Monate lang einen Polizeihauptmann bei der Kriminalpolizei. Der Fleiss des Regisseurs trug Früchte und stellt den bisher grössten Erfolg in Beauvois' Karriere dar. Eine fatale Entscheidung wurde von den Kritik als realistischer Polizei-Thriller hochgelobt und bei der César-Verleihung 2006 für fünf Preise nominiert. Beauvois' vierter Langspielfilm konnte sich jedoch nicht in den wichtigen Kategorien Bester Film und Regie gegen Jacques Audiards Drama Der wilde Schlag meines Herzens durchsetzen und nur Nathalie Bayes Schauspielleistung wurde mit dem Preis für die Beste Hauptdarstellerin belohnt.

Xavier Beauvois, der 2002 die Ambitionen Lionel Jospins auf das französische Präsidentenamt unterstützte, ist mit Agata Boetti verheiratet. Aus der Ehe gehen seine beiden Söhne Arthur (☆ 1992) und Antoine (☆ 1996) hervor. Nach dem Erfolg von Eine fatale Entscheidung wandte er sich verstärkt der Arbeit als Schauspieler zu. 2010 realisierte er mit Des hommes et des dieux eine Geschichte um Zisterziensermönche, die sich gegen Fundamentalisten stellen. Das Drama mit Lambert Wilson und Michael Lonsdale erhielt eine Einladung in den Wettbewerb der 63. Filmfestspiele von Cannes und den Grossen Preis der Jury zugesprochen.


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