Sacha Baron Cohen

Actor

Geburtstag:

13.10.1971

Sacha Noam Baron Cohen (☆ 13. Oktober 1971 in Hammersmith, London) ist ein britischer Komiker und Schauspieler, der besonders für die durch ihn verkörperten Figuren Ali G, Borat und Brüno bekannt ist.

Leben

Kindheit und Jugend

Sacha Baron Cohen wuchs, als zweiter von drei Söhnen, mit seinen Brüdern Amnon und Erran in einer jüdischen mittelständischen Familie auf. Sein Vater, Gerald Baron Cohen, stammt aus Wales und führte einen Kleiderladen am Piccadilly Circus. Seine Mutter, Daniella Weiser, ist eine gebürtige Israelin, deren Familie ursprünglich aus dem Iran kam. Der Namensteil "Baron" ist nicht als Adelstitel zu verstehen, sondern ist Teil des zusammengesetzten Nachnamens Baron Cohen, der eine englische Ableitung des hebräischen Wortes "Baruch", zu deutsch "gesegnet", darstellt. Seine Schulzeit verbrachte Baron Cohen auf der exklusiven Haberdashers' Aske's Boys' School. Bereits dort zeigten sich sein Talent und seine Sprachgewandtheit, als er mit acht Jahren einen Aufsatzwettbewerb in der britischen Tageszeitung The Times gewann, indem er die korrekte Verwendung der englischen Sprache anmahnte. In seiner Jugend war Baron Cohen aktives Mitglied bei der Jugendorganisation Habonim Dror. Dort sammelte er in einer Theatergruppe auch erste schauspielerische Erfahrungen in einer Inszenierung von Neil Simons Stück Biloxi Blues. Eines seiner Hobbys war Breakdance, das ihm die Hip-Hop-Szene näher brachte, die er später persifliert.

Zeit in Cambridge

Nachdem Baron Cohen das Christ's College in Cambridge besuchte, lebte er für ein Jahr in Israel und arbeitete im Rosh haNikra-Kibbuz. Danach kehrte er nach Grossbritannien zurück und studierte Geschichte an der Universität Cambridge, wo sein Cousin Simon Baron-Cohen heute Direktor des Autismus-Forschungszentrums ist. In Cambridge spielte er bei der Theatergruppe 'Footlights' in Stücken wie Cyrano de Bergerac und Fiddler on the Roof. Dort spielte auch sein Jugendfreund Dan Mazer, der ihn später dauerhaft als Autor und Produzent unterstützen sollte. Im Jahr 1992 fuhr Baron Cohen zu einer Studienfahrt nach Amerika, wo er den Bürgerrechtler Robert Parris Moses traf. In seiner positiv aufgenommenen Abschlussarbeit "The Black-Jewish Alliance: A Case of Mistaken Identity" untersuchte er die Kultur von Afroamerikanern und Juden, deren Rolle in der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre und beschäftigt sich insbesondere mit der wechselseitigen Beziehung von jüdischen und schwarzen Bürgerrechtlern. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die Morde an Michael Schwerner, James Earl Chaney und Andrew Goodman. Er beendet sein Studium mit der Note 2:1. Im Jahr 1994 arbeitete er als Model.

Anfänge der Karriere als Komiker

Schon während seines Studiums übernahm Baron Cohen diverse Filmrollen. Nach seinem Abschluss konzentrierte er sich auf seine Laufbahn als Komiker und trat mit seinem Bruder regelmässig in einem Comedy-Club im Londoner Stadtteil West Hampstead auf. Erste Auftritte vor der Kamera hatte er im relativ unbekannten Paramount Comedy Cable Channel, wo er mit der fiktiven Figur Brüno, einem schwulen österreichischen Modejournalisten, auftrat. 1995 war er Gast in der "Jack Dee and Jeremy Hardy Show" auf Channel 4. Im Jahre 1995/1996 moderierte er die Kabelsendung Pump TV und F2F. Harry Thompson und Andrew Newman, die Produzenten der "Eleven O' Clock Show" auf Channel 4, werden auf Baron Cohen aufmerksam. Harry Thompson erkannte Baron Cohens Fähigkeit, mit seiner Form der Komik die eigentlichen Motive der Menschen zu entlarven.

Durchbruch als Komiker

Den Durchbruch erreichte Baron Cohen 1998, als er in der "Eleven O' Clock Show" zum ersten Mal als Ali G auftrat. Seit 2000 tritt Baron Cohen unter dem Pseudonym in Grossbritannien in der gleichnamigen Show auf. Das Konzept der Auftritte bestand darin, dass Baron Cohen Politiker, Prominente oder Leute interviewte. Cohen spielte in der Rolle des Ali G vor allem mit der Doppelbödigkeit der englischen Sprache. Die teilweise gegensätzlichen Bedeutungen ein und derselben Phrase in unterschiedlichen sozialen Schichten sind dabei das wesentliche Stilmittel der Figur. Unter anderem interviewte er den Astronauten Buzz Aldrin, den Autor Gore Vidal, den Immobilienmogul Donald Trump, den ägyptischen Millionär Mohamed Al-Fayed, den ehemaligen Sprecher des U.S.-Repräsentantenhauses Newt Gingrich, den politischen Kommentator Pat Buchanan oder den Linguisten Noam Chomsky. Ebenfalls 2000 chauffierte er Madonna im Musikvideo zu ihrer Single "Music". Die Rolle des Ali G brachte Baron Cohen den British Comedy Award für den besten Newcomer ein. 2001 wurde die Show mit dem BAFTA Award für die beste Comedy-Serie ausgezeichnet. In jenem Jahr moderierte Ali G die MTV Europe Music Awards in Frankfurt am Main. 2002 drehte er seinen ersten Kinofilm Ali G in da House, der in Deutschland knapp eine halbe Million Kinobesucher anzog. Auf dem zugehörigen Soundtrack veröffentlichte er mehrere Musik-Titel. Besonders nennenswert ist hier der Song "Me Julie", den er mit Shaggy produzierte. Ab Februar 2003 wurde Da Ali G Show auf dem Sender HBO in den USA ausgestrahlt und auch dort positiv aufgenommen.

Weitere Rollen

Für den Film Madagascar spielte Baron Cohen 2005 den Song "I Like To Move It" (ursprünglich von Reel 2 Real) ein und war zugleich als Synchronsprecher in der Rolle des Lemuren-Königs Julien tätig. Im Jahr 2005 moderierte Baron Cohen zum zweiten Mal, diesmal als Borat Sagdiyev, die MTV Europe Music Awards in Lissabon. Im Jahr 2006 kam der Film Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation Kasachstan zu machen in die Kinos, der aus der Figur Borat aus der Da Ali G Show entstand. Der Film, bei dem Baron Cohen neben der Hauptrolle auch am Drehbuch mitgearbeitet hatte, löste einerseits breite Zustimmung, andererseits aber auch Kontroversen aus. Im Sommer 2009 kam der Film Brüno in die Kinos, der ebenso aus einer Figur aus der Da Ali G Show entspringt. Zudem war Baron Cohen auch im Film Ricky Bobby - König der Rennfahrer sowie dem Musical/Film "Sweeney Todd" von Tim Burton zu sehen.

Privates

Der praktizierende Jude Baron Cohen wohnt in Los Angeles und ist mit der australischen Schauspielerin Isla Fisher verheiratet. Mit ihr drehte er 2003 den 8-minütigen Kurzfilm "Spyz" als James-Bond-Parodie, die zu Werbezwecken als Pilot zur Ali G Show in den USA genutzt wurde. Sie haben zusammen eine Tochter namens Olive, die am 17. Oktober 2007 zur Welt kam.


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