To the Moon USA 2024 – 132min.

Filmkritik

Schwerelos oder arbeitslos

Filmkritik: Damien Brodard

Greg Berlanti, der Regisseur von «Love, Simon» (2018), bringt zum ersten Mal das Duo Scarlett Johansson und Channing Tatum auf der Leinwand zusammen, um eine neue romantische Komödie vor dem Hintergrund der Mondlandung in die Umlaufbahn zu bringen und sich dabei über eine der beliebtesten Verschwörungstheorien lustig zu machen: War alles nur inszeniert?

Mitten im Wettlauf ins Weltall in den späten 1960er-Jahren stellt die NASA die exzentrische Marketingexpertin Kelly Jones (Scralett Johansson) ein, um dem amerikanischen Volk ein attraktives Bild des Unternehmens zu vermitteln. Ihr ungewöhnlicher Stil bringt die Pläne des Leiters der Apollo-11-Mission, Cole Davis (Channing Tatum), durcheinander, zu dem sie eine prickelnde Hassliebe aufbaut. Kurz vor dem Start erhält Kelly den Auftrag, eine falsche Mondlandung vorzutäuschen, falls die Reise schiefgehen sollte.

Es ist schwer, ein so festgefahrenes Genre wie das der romantischen Komödie aufzumischen. Auch wenn «To the Moon» nicht geeignet ist, dem Genre komplett neues Leben einzuhauchen, so kann man ihm dennoch zugute halten, dass er durch die Verlagerung einer typischen Handlung in das Milieu der Weltraumfahrt ein allzu ausgeprägtes Déjà-vu-Erlebnis vermeidet. Greg Berlanti hält sich dank seines Star-Duos, dessen Chemie auf der Leinwand für eine Handvoll lustiger Sequenzen sorgt, an die Grundlagen. Der Auftritt einer verschmitzten Scarlett Johansson bei der NASA gibt dem Ganzen einen gewissen Schwung.

Auf der Ebene des Diskurses gibt es jedoch einen echten Fehlschlag. Die Künstlichkeit des Marketings für die Apollo-Missionen hervorzuheben, noch dazu im propagandistischen Kontext des Kalten Krieges, wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, der Geschichte und den Figuren Tiefe zu verleihen. Abgesehen von der Verwendung als komödiantische Komponente wird dieser Kommentar zur Macht der Bilder nur gestreift, manchmal bis an die Grenze des Zynismus. Der Film bietet kurzweilige Unterhaltung, verfehlt dabei aber das Thema. Dennoch bleibt er sympathisch, wenn auch insgesamt zu simpel.

10.07.2024

2.5

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Kommentare

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Taz

vor 7 Tagen

Gut aufeinander abgestimmte Stars, die sich sichtbar wohl fühlen, machen diesen Film zwar sehenswert, aber nicht durchgehend interessant. Denn irgendwann verglüht die Spiellust und die Geschichte verkommt zum durchschnittlichen Romcombrei, den man halt auch schon bestens kennt. Schade haben sie den Schwung aus dem ersten Drittel des Films nicht bis ins Finale retten können.Mehr anzeigen


as1960

vor 9 Tagen

"Fly Me To The Moon" ist eine amüsante Liebeskomödie im Umfeld der ersten Mondlandung. Humor für Erwachsene, aber ohne jeglichen Tiefgang. Themen wie Propagande, Marketing oder "Fake News" werden nur angedeutet. Stört mich nicht, der Film will nur unterhalten. Und das reicht auch. V.a. Scralett Johansson hatte nach ein paar gelangweilten Auftritten in gefühlten 20 Marvel-Movies sichtbar Spass an ihrer Rolle.Mehr anzeigen


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